Review

Eigentlich macht es keinen Sinn, angesichts der vielen Meinungen über diesen Film in der OFDB auch noch meine hinzuzufügen. Aber da ich sonst schon zu fast jedem Film der "Halloween"-Reihe meinem Senf dazugegeben habe, tue ich das hier auch.

Von vornherein: "Halloween 4-The Return of Michael Myers" gehört zu den besseren Teilen der Reihe, obwohl ich ihm dennoch eine relativ miese Bewertung geben werde. Das Warum soll im Nachfolgenden erläutert werden.

Zuallererst einmal zur Story: M.M. wird 8 Jahre nach den Geschehnissen von Teil 2 aus einer psychiatrischen Klinik verlegt (warum wird mit keinem Wort erwähnt). Bei der Verlegung erwacht er natürlich zufälligerweise aus dem Koma und es gelingt ihm - so frisch aus dem Koma erwacht - die Besetzung des Krankenwagens vollständig zu töten und zu entkommen.
Hört sich ziemlich konstruiert an, oder? Ist es auch!

Jedenfalls macht er seine Nichte im Kindesalter namens Jamie ausfindig, ohne dass er sie jemals gesehen hätte.
Klingt unlogisch? Ja, genau so ist es!

Dann ist natürlich wieder genau das Datum des 31. Oktober, also Halloween und in Haddonfield geht wieder der Myers um. Bevor er seine Nichte findet und sie umbringen will hinterlässt er natürlich eine lange Blutspur.
Klingt einfallslos? Richtig, erwischt!

Na gut, von Horrorfilmen soll man sowieso keine einfallsreichen Stories erwarten, also lassen wir das Thema.
Was "Halloween 4" jedoch auszeichnet, ist die sehr atmosphärische Kameraführung. Die exquisite - und in diesem Teil der "Halloween"-Reihe am Besten gelungene und am Meisten ausgefeilteste - Fotografie verleiht dem Film in dem bläulich-fahlen Licht ein Gefühl der Bedrückung. Dadurch wird eine düstere und beklemmende Grundstimmung des Films geschaffen, welche durchweg überzeugt. Obwohl es natürlich auch hier einige Gore-Einlagen gibt, steht eher die Entfaltung einer subtil aufgebauten Spannung im Vordergrund. Der Spannungsbogen entfaltet allerdings seinen vollen Umfang erst in der 2.Hälfte des Films. Vorher gibt es die üblichen Plattitüden und es wird versucht, der Figur der traumatisierten und melancholisch-traurigen Jamie - als Tochter von Laurie Strode, welche nun bei Pflegeeltern lebt - Konturen und Tiefe zu geben, was aber nur ansatzweise gelingt. Donald Pleasance als raubeinig-besessener Psychiater Dr.Loomis entfaltet auch hier wieder seine übliche Klasse und überzeugt.

Auch wenn die Inszenierung nicht so trantütig und holprig ist wie die des 5.Teils, gibt es auch hier ein paar Längen und Untiefen des Drehbuchs. So hätte man sich die Beziehungskrise zwischen Jamies Stiefschwester und einem Klischee-Macho mit Rollennamen Brady schenken können. Der Film ist also offensichtlich ziemlich substanzarm...

...Und Substanz ist das, was diesem Film fehlt, um auf meiner Bewertungsskala auf 7 Punkte klettern zu können. Bis auf die mittelmäßige Dramaturgie, weiß dieser Teil der "Halloween"-Reihe nämlich durchaus zu überzeugen. Zumindest ist er besser als der belanglose "Halloween 3-Season of the Witch" (wenn man das überhaupt als Fortsetzung bezeichnen möchte), der langweilige "Halloween 5-The Return of Michael Myers" und der gorige, aber verquaste "Halloween 6-Der Fluch des Michael Myers".

Dennoch bleibt "Halloween 4" ein mittelmäßiger Aufguss. Und angesichts der mieseren Fortsetzungen ein unnötiger noch dazu. Wenn es so eine Bewertung gäbe, würde ich 6,4 von 10 Punkten geben, so bleiben nur 6/10.

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