Alles beginnt mit bildern eines verlassenen Jahrmarktes, düster, einsam, staubig und gruselig. Von da an geht es in die Klapsmühle und was dort geschieht..., na jedenfalls hat der Rest des Films dann auch so einiges von einer Klapsmühle. Ich möchte gleich mal damit anfangen, dass der Film in den Dialogen doch sehr wie eine Parodie wirkt und die deutsch Synchro teilweise göttlich komisch ist, und zudem noch mit Top-Sprechern besetzt, so dass man bei jedem "Willkommen in der Hööölllleee!" einen Lachkrampf bekommt. Ein deutlicher Pluspunkt, also.Der pulsierende Kult-Soundtrack, hier in einer schnelleren Version eingespielt, soll nicht weiter kommentiert werden, er tut seine Pflicht, auch wenn er teilweise in eher unsinnigen Szenen eingesetzt wird.
Thema Splatter: ist durchaus vorhanden und sieht ganz gut aus, zumindest für eine Mainstream-Kinoproduktion. Die Freitag der 13. - Fortsetzungen durften jedenfalls fürs R-rating weit weniger "tief greifen".
Alles in allem merkt man an einigen Stellen schon, dass ein gelernter Action-Filmer sich an Horrorstoff vergreift und sich redlich bemüht! Die Handlung wird teilweise ganz schön Holzhammermäßig vorangeschleift, so nach dem Motto: "Nun schlaf, du weisst doch, dass dich deine Mutter vor zehn Jahren vor einem Killer gerettet hat...". Und wie für Fortsetzungen so vorgeschrieben, taucht der werte Michael Myers von Vorne herein in allen Spiegeln und entlegenen Winkeln auf. Trotzdem entbehrt der Film nicht grusliger Momente und spannender Schocks, sowie netter Alptraum-Sequenzen. Das funktioniert deshalb so gut, weil die Kinderdarstellerin sich doch sehr bemüht und einem nicht so auf'n Eiern geht wie die meisten Fettbatzen in Hollywood.Als Bonus kriegt man noch die Spätausläufer der achtziger Cool-Kids Generation in Freizeit-Sakkos und A-ha - Look geboten, also für Nostalgie ist gesorgt. Dass Donald Pleasence hier eine seiner ausgedehntesten Parts mit seiner überaus angenehmen Präsenz veredelt, ist ein weiterer Grund, den Film in seine Sammlung aufzunehmen.Mit dem Film wurde von Beginn an ganz übel mitgespielt: die Kritiker hassten ihn, lachten über ihn, den Gorehounds war er zu harmlos (die haben sich dann lieber, sich gegenseitig bedienend mit irgendwelchen "Violent Shit"-Sachen zugedröhnt), doch dass er bei allen Horrormagazinen mehr oder minder zum Staatsfeind gemacht wurde, war einfach unfair. Erstens war schon der erste Film vor allem wegen seiner Prototypfunktion zum Klassiker geworden, zweitens waren die beiden Vorgänger eher schwächer und später wurde bewiesen, dass es wohl nicht im Sinne der Produzenten war, bessere Filme zu drehen. Dazu kommt, dass sich die selben Magazine, die sich über jede Fortsetzung wie über den Weltuntergang ärgern, sich zur Zeit dieses Reviews wie die Schnitzel auf Rob Zombies Remake/Fortsetzung zu "Halloween" freuen.
Ich möchte einfach darauf hinweisen, dass dies vielleicht Dwight H. Littles solidester Streifen ist, weil er düster, gruselig, dumm und morbide ist. Fazit: ein guter und durchgehend unterhaltsamer Slasher in düsteren Bildern und durchaus nicht so harmlos wie oft behauptet. Alle Freunde des munteren Meuchelns sollten nicht auf die Miesmacher hören und ihn sich abgreifen - die Laser Paradise Fassung mit regulärem FSK18-Siegel ist respektabel und preiswert!