Review

Inhalt:
Nach den Ereignissen von "Halloween 2" liegt Michael Myers im Koma im Gefängnis. Als er in ein Krankenhaus transportiert werden soll, erwacht er und entkommt. Da gerade Halloween ist, begibt es sich in bewährter Tradition nach Haddonfield, um seiner einzigen noch lebenden Verwandten, seiner Nichte, nach dem Leben zu trachten und seinen Weg dorthin mit Leichen zu verzieren. Doch Dr. Sam Loomis bekommt Wind von der Sache und ist mit Michaels Plänen nicht einverstanden.


Kritik:
"Halloween 4" spielt 10 Jahre (wenn’s nach der deutschen Synchronisation geht allerdings nur 1 Jahr! [zu hören in der Anfangsszene im Gefängnis]) nach dem zweiten Teil.
Unter der Mitwirkung von Michael Myers kehrt die Serie nach seinem Pausieren im dritten Teil zu den Wurzeln zurück.

Dieser vierte Teil ist nach dem blutleeren Erstling der harmloseste, was nicht automatisch schlecht sein muss. Michael ist zwar für einen recht hohen Body Count verantwortlich, doch die meisten Morde finden im Off statt (wie das Auslöschen der Krankenwagenbesatzung oder sein Wüten im Polizeirevier).
Den einzigen Splattereffekt des Films gibt es an der Stelle zu sehen, in der Myers einem Bürgerwehrler den Hals aufreißt.

Dafür setzt dieser Streifen mehr auf Atmosphäre und Action.
Atmosphärisch besonders gelungen ist die Szene, in der Michaels Nichte Jamie ihren ersten Auftritt hat. Jamie befindet sich hier in ihrem dunklen Zimmer, während draußen ein Gewitter tobt und Blitze die Dunkelheit in Abständen für Sekunden erhellen und dabei das blütenweiße Gesicht des maskierten Myers erkennen lassen.

Apropos Jamie (ihr Name ist kein Zufall, sondern ein Verweis auf die Hauptdarstellerin des ersten und zweiten Halloweenfilms): Sie wird von der jungen Danielle Harris gespielt und stellt die Leistungen ihrer Kollegen in den Schatten. Sogar Donald Pleasence steckt sie locker in die Tasche, da dieser inzwischen zu einem klapprigen Schluck Wasser in der Kurve verkommen ist und nur noch platte, vorhersehbare Sätze von sich gibt.
Die Idee, sie in Anlehnung an Teil 1 in ein Clownskostüm zu stecken, ist großartig und macht gerade durch den Schluss wirklich Sinn.

Storytechnisch wird wenig Neues geboten und viele Elemente aus den ersten beiden Teilen wurden hier wieder aufgegriffen.
Dennoch gibt es viele unterhaltsame Szenen, wobei ich das Verschanzen der Hauptcharaktere im Haus des Polizeichefs besonders gut finde. Hier kann Michael, der sich natürlich mit dort eingeschlichen hat, nach Belieben wüten.
Die eingebauten Liebes-/Eifersuchts-/Sexszenen dienen nur als Füllwerk und können absolut nicht überzeugen.

Sehr lachhaft ist dann das Ende, in dem Herr Myers von ein paar Kugeln durchlöchert wird, in eine Grube fällt und alle meinen, dass sein Tod damit besiegelt sei. Gerade Dr. Loomis hätte eigentlich aus seinen Erfahrungen lernen müssen, dass der Schlitzer so leicht nicht zu besiegen ist, schließlich hat er bereits Augenausstecher, Kopfschüsse, Explosionen und Verbrennungen überlebt. Naja, der gute Loomis ist halt etwas senil geworden.

Dafür überzeugt dann wieder das letztliche Ende, bei dem es eine dicke, unheimliche Überraschung gibt...

Kein Meisterwerk, aber gut für einen unterhaltsamen Pizza- und Bierabend.

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