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Da in Russland mal wieder landesinnere Unruhen für Schlagzeilen sorgen, schreitet die USA ein, um der Sache Einhalt zu gebieten. Als daraufhin allerdings mit einem nuklearen Anschlag gedroht wird, entsendet die Navy ein Atom-UBoot um einen möglichen Angriff vorzubeugen. Nachdem die letzte Befehlsnachricht nicht vollständig übertragen wurde, stehen der Kapitän und seine rechte Hand im Zwist, was diese gefährliche Situation nochmals anfeuert...

Ach ja, Hollywood-Thrillerkino aus der Schmiede Simpson/Bruckheimer. Regie: Tony Scott. So denkt sich der geneigte Fan, da müsse was richtig Gutes herauskommen, dem ist aber nicht so. "Crimson Tide" tritt in alle Mainstream-Fettnäpchen die in diesem Genre etabliert wurden, versucht somit den Filmgenuss im Keim zu ersticken. Allein die ersten zehn Minuten sind voll von heroischen, extrem abgedroschenen Gefasel, unterlegt mit einem widerlich schleimigem, Hans Zimmer'schen pompös orchestralem Score, der sich in dieser Form durch den ganzen Film zieht. Auf dem U-Boot dann wird nach der obligatorischen Einführung der Konflikt zwischen Denzel Washington und Gene Hackman entflammt, zunächst auf psychologischer Ebene, später mit Waffengewalt. Das unerfreulichste daran ist, dass man den Ausgang der Situation schon hier erahnen kann, genauso wie die Frage darüber, wer überlebt und wer nicht. Selbst wenn ich an dieser Stelle die Auflösung verraten würde, könnte ich dies mit ruhigem Gewissen ohne Spoilerwarnung tun. Und wenn man nun als Zuschauer weiß, wie sich die nächsten 80 Minuten entwickeln werden und zwischendurch mit hohler Phrasendrescherei und trivialen Standardplotturns bombardiert wird, dann kann dies beim besten Willen keinen Spaß machen. Nein, so leicht lasse ich mich nicht ködern, ein bisschen mehr Ideenreichtum muss man in diese Hochglanzpackung schon stopfen um es als spannenden Thriller zu verkaufen, denn an einer glänzenden Hülle hab ich mich schon nach wenigen Minuten satt gesehen.

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