Review

Ja, ja… sicherlich… Comic-Verfilmungen sind in den letzten Jahren ganz groß in Mode gekommen, aber irgendwo hat der Spaß dann doch seine Grenzen. Und diese Grenzen sind erreicht mit dem hier vorliegenden Meisterwerk des schlechten Geschmacks. Ich habe im Vorfeld einen miserablen Streifen erwartet und meine Erwartungen wurden auf der ganzen Linie erfüllt.

Es herrscht Krieg. Krieg zwischen den Athenern und den Spartanern. So weit, so gut. Wären da nicht die Frauen der Soldaten Athens, die vom Krieg genervt sind. Um dem Treiben ein Ende zu setzen, verweigern sie sich auf Befehl ihrer Anführerin Lysistrata ihren Männern solange, bis wieder Frieden eingekehrt ist. Doch sie haben den Plan ohne die Homosexuellen-Fraktion Athens gemacht. Die wittern im sexuellen Notstand der Krieger ihre große Chance auf eine riesige Orgie…

Wer jetzt denkt: „Meine Güte, das scheint ja ein ziemlicher Mist zu sein!“ hat vollkommen Recht.

90 Minuten gähnende Langeweile erwarten hier den Zuschauer, die – gespickt mit schlechten, geschmacklosen Witzen – das sehnliche Warten auf den Abspann bereits nach den ersten zwei Minuten einläuten.

Auf der verzweifelten Suche nach positiven Kritikpunkten findet man nach einiger Zeit nur einen einzigen Aspekt: zum Glück war der Film nicht noch länger. Gott sei Dank reichten also entweder der Ideen-„Reichtum“ der Macher oder die finanziellen Mittel nicht für einen längeren Film aus. Das war’s dann aber auch auf dieser Seite der Medaille. Wenden wir uns also einigen Punkten der langen Latte der negativen Kritikpunkte – der so genannten Kehrseite – zu.

1. Die Kostüme erscheinen wie von der Resterampe eines rheinischen Kostümverleihs. Sicherlich darf man bei einer solchen Produktion nicht Maßstäbe ansetzen wie bei „Gladiator“ oder "Alexander", aber was einem hier geboten wird, ist schon eine optische Grenzerfahrung. Da hätte ich als absoluter Häkel-Analphabet aus Omis Gardinen bessere Kostüme gestrickt als sie in diesem Film aufgetragen werden.

2. Die Damen und Herren, die bei diesem „Film“ für das Casting verantwortlich waren, müssen entweder auf einem schlechten Trip gewesen sein, oder sie hatten wirklich Sinn für schwarzen Humor. Denn durchgehend jeder der in diesem Stück auftretenden Charaktere beweist weniger schauspielerische Tiefe als es die schlechteste Darbietung im Theaterstadel jemals zulassen würde.

3. Wer – bei Zeus (um mal ein wenig im alt-griechischen Jargon zu bleiben) – kam auf diese debilen Namen, die in „Lysistrata“ vergeben wurden? Auch wenn ich nie das antike Original-Material gelesen habe, wage ich zu bezweifeln, dass dort Figuren auftraten, die auf Namen hörten wie Hepatitos, Terrine oder TippEx (die Liste dieser absurden Namen kann beliebig erweitert werden, würde aber hier den Rahmen sprengen). Man kann zwar vielleicht einwenden, dass der Autor mit diesen Namensgebungen eine humoristische Intention verfolgte, aber letztendlich wirkt dies im Gesamten mehr als peinlich.

4. Ein Film, der so prall gefüllt an Stereotypen ist, ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Die Homosexuellen werden so dargestellt, wie sie der 08/15-Bürger vielleicht vor 40 Jahren im Sinn hatte. Verweichlichte Transen, die nichts weiter im Sinn haben, als dem nächstbesten Mann an den Hintern zu kommen. Es ist zu hoffen, dass diese Darstellung nicht wirklich die Weltanschauung der Macher dieses Films wiedergibt. Auch hier gilt wieder: es wurde versucht, auf dieser Schiene witzig zu wirken, aber bitte… wer amüsiert sich heutzutage noch über solch schlecht überzeichnete Charaktere, wie sie in diesem „Film“ zu sehen sind?

5. – x. beliebig auszufüllen

Im Großen und Ganzen bleibt ein grenzdebiler (na ja, eigentlich ein debiler) Film, der selbst nach ausgiebigem Alkoholkonsum nicht ein einziges Schmunzeln bei mir hervorrufen konnte. Es mag vielleicht sein, dass ich aus dem Alter raus bin, in dem man über diesen überwiegend pubertär wirkenden Humor lachen kann, doch ich hoffe (und bin auch davon überzeugt), dass auch die Zielgruppe, auf die dieser Schund abgezielt hat, Geschmack beweist und die ganze Sache links liegen lässt.

Zukünftige Filme, die um den Titel „Schlechtester Film aller Zeiten“ mitkämpfen möchten, müssen sich gehörig ins Zeug legen, denn „Lysistrata“ hat die Meßlatte schon verdammt tief gelegt… Mich hat „Lysistrata“ verdammt viele Nerven, einige Überwindung und vor allen Dingen über zwei Stunden (ca. 90 Minuten „Sehzeit“ + ca. 30 Minuten „Review-Zeit“) meines Lebens gekostet. Wer gibt mir die zurück??? Jeder, der sich für diesen Schund verantwortlich fühlt, kann sich gerne bei mir melden, um meine Regress-Ansprüche auszugleichen. Und so lange ich keinen einzigen Cent Schadenersatz zu sehen bekommen hab, bleibt hier ein jämmerlicher Punkt stehen (und das auch nur, weil es mir das System quasi verbietet, null Punkte zu vergeben).

[ironie] Abschließend ein Wort an diejenigen, die behaupten, „Catwoman“ sei eine schlechte Comic-Verfilmung gewesen: Schaut euch „Lysistrata“ an!!! Mir hat diese „Erfahrung“ gezeigt, dass Halle Berry immer noch eine bessere Figur machen kann als schwule Athener… ;-))) [/ironie]

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