Inhalt (OmU-Fassung):
China..., in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution. Warlords..., "Kriegsherren", sie herrschen über etliche Provinzen des Reiches mit eiserner Faust..., und einer von ihnen ist der so skrupellose wie leicht naiv-paranoide Warlord Tung Ta-Chou (Tsui Fu-Sheng).
Dieser hat in seiner Provinz etliche Feinde gegen sich. Da ist vor allem die sogenannte "Veilchen"-Bande, so benannt, weil deren Anführerin "Violet" stets violett gekleidet ist. Diese Gang überfällt die Trecks von Tung..., und sabotiert seine dunklen Geschäfte. Einer ihrer besten Kämpfer ist "Black Tiger" Hu (Lung Fong)
Doch da ist noch ein weißgewandeter Kämpfer, der über ein herausragendes KungFu verfügt: Pai Tien-hsing (Tien Peng)..., legt sich mit den Schergen des Warlords Tung an..., und bleibt siegreich...!
Außerdem die beiden Strafgefangenen Li Ta-Fu (Lo Lieh) und Jen Hsiao-Fei (Tan Tao Liang), die eine Revolte im Arbeitslager nutzen und fliehen konnten. Auch sie stellen sich den Schergen Tung´s entgegen.
Doch eine noch größere Gefahr für Tung lauert indes in den eigenen Reihen...!
"Violet" ist keine geringere, als seine eigene Tochter... Ling-Ling (Angela Mao), die mit ihrer Gefährtin (Hilda Liu) im Palast des Warlords residiert und ihren eigenen Vater bekämpft...!
Damit nicht genug...: Tung´s "rechte Hand" ist "Second Brother" Wu Chi (Chang Yi)..., und der ist machtversessen, eitel... und pflegt zudem noch ein Verhältnis mit Tung´s Ehegattin. Diese und Wu Chi kollaborieren..., da sie zudem hinter dem 2. Teil einer Schatzkarte hinterher sind, die im Besitz Tung´s ist. Und hinter dieser Schatzkarte ist nicht nur Wu Chi hinterher....!
Wu Chi besitzt zudem eine perfide Waffe...: Ein vergiftetes Messer, durch das beim damit Verletzten ein sofortiger Verwesungsprozess bei lebendigem Leibe einsetzt.
Die Erfolge Tung´s gegen all diese Gefahren sind eher mager, so kann zwar "Black Tiger" kurzzeitig gefangen genommen..., doch auch wiederum alsbald durch Ling-Ling befreit und bei deren Gefährtin versteckt werden.
Wu Chi kämpft an 2 Fronten..., zum einen will er all diese Rebellen bekämpfen, zum anderen sowohl die Schatzkarte als auch die Macht an sich reißen...!
Die Helden indes bündeln ihre Kräfte..., nur so haben sie gegen die Schergen von Tung Ta-Chou und Wu Chi eine Chance...!
Schließlich stellen "Violet"/Ling-Ling und Pai Tien-hsing den "Second Brother" Wu Chi in einer Schlucht zum alles entscheidenden Show-Down um Leben oder Tod.....
Fazit:
Ziemlich gut! Im Jahre 1979 drehte Regisseur Sun Kam-Yun diesen in seiner Storyline stringenten, unterhaltsamen Eastern-Actioner mit vielen rasanten, harten und reellen KungFu-Fights sowie einem großem SuperStar-Aufgebot..., bei welchem jeder Eastern-Fan mit der Zunge schnalzt!
Klare, helle Bilder..., einfache Kulissen..., aber auch atmosphärische Außenaufnahmen (vor allem der Show-Down in einer weiten, hellen Schlucht)..., das sorgt für das richtige Eastern-Feeling..., auch wenn das produzierende Label -Kwang Yi Film Co.- nur ein kleines ist.
In all dem siedelt die Regie eine einfache Geschichte an..., ein Warlord kämpft gegen diverse innere und äußere Feinde, die ein bisschen episodenartig aber auch stringent-flüssig verfolgt wird.
Episodenartig deshalb, weil die Regie erst die Helden in die Geschichte einführen muss..., alle ihre eigene Agenda und die Villains von verschiedenen Ausgangspositionen aus zu bekämpfen haben..., zudem kommen auch in der Residenz des Feindes die Intrigen gegen diesen nicht zu kurz, und würzen den Plot zusätzlich.
Doch bleibt das Grundschema stets im Focus..., und der Betrachter gerne am Ball. Sun Kam-Yun kreierte einen insgesamt durchdachten, spannenden und unterhaltenden Eastern-Genre-Beitrag..., keine hohe Kunst, aber mit striktem Handlungs-Schema, knackigen Fights, großem Star-Cast und gediegener Eastern-Atmosphäre.
Was diesen Streifen für Eastern-Fans so interessant macht, ist dieser doch bemerkenswerte SuperStar-Cast, der Sun Kam-Yun hier zur Verfügung stand:
Tien Peng ("Die 18 Kämpfer aus Bronze"), Chang Yi, Lo Lieh, Tan Tao Liang und Angela Mao in einem Film..., das hat man nicht so oft!
Eine richtige Hauptrolle gibt es somit eigentlich nicht in diesem Streifen..., es ist eher eine Ensemble-Leistung, jede(r) leistet einen Beitrag.
Angela Mao..., die Grand-Dame des Eastern, ihre Fight-Skills und ihre Ausstahlung bringt sie auch in diesem Film gekonnt ein. Sie agiert gegen ihren eigenen Vater under cover..., denn dieser ist ein Despot. Sie steht den Rebellen vor, die ihren eigenen Vater bekämpfen. Angela Mao agiert souverän und hinsichtlich der Action gewohnt gekonnt..., wie man sie kennt.
Ihr zur Seite stehend, vor allem im dramatischen Finale...: Tien Peng, er liefert eine solide Vorstellung und einen feinen Kampfstil.
Tan Tao Liang und Lo Lieh agieren als kongeniales Duo, welchem als Strafgefangene die Flucht gelang..., hier der eine der Sidekick des anderen..., und die beiden lockern die Sache ungemein auf.
Natürlich sind sie auch fighttechnisch auf hohem Level, vor allem Tan Tao Liang, dessen Tritt-Techniken hier wichtiger Bestandteil der KungFu-Action sind.
Und schließlich der Villain, der Bösewicht. Chang Yi spielt das mit der ihm eigenen bösen Aura. Ein intriganter, hinterhältiger Typ zudem..., kalt überlegend..., und auch die eigene Gespielin, Frau seines Befehlshabers, ist für ihn nur Mittel zum Zweck.
Chang Yi spult das souverän-routiniert runter..., und ist natürlich auch im Show-Down ein harter Brocken, der unseren Helden alles abverlangt.
Gäste sind hier noch Lung Fong, die schöne Hilda Liu sowie die niedliche Ng Yau-Chi in ihrer ersten Film-Rolle.
Bevor ich abschließend zur KungFu-Action komme..., die Effekte in diesem Streifen sind bemerkenswert, für einen Eastern zumal. Ein Messer des Villain ist vergiftet..., und dieses Gift löst einen sofortigen Verwesungsprozess beim Opfer aus. Entsprechend entstellt sehen diese Personen aus..., und hier haben die Maskenbildner gut gearbeitet..., für eine Eastern-Produktion sollte man bedenken. Sieht richtig schaurig aus!
Damit komme ich abschließend zur KungFu-Action: Es sind reelle, harte, rasante Fights..., die Dynamik stimmt, und wird durch eine gut mitgehende Kamera noch unterstrichen.
Nicht viel neues von der KungFu-Front..., Schlag-Block-Schlag..., und die agile Technik einer Angela Mao, der elegante Kampf-Stil eines Chang Yi..., und die formidable Tritt-Technik eines Tan Tao Liang..., das reicht hinsichtlich einer guten Qualität hier.
Die KungFu-Action überzeugt den Fan des Genres..., hätte ein bisschen mehr sein können..., aber die Focussierung auf die Story wollte der Regisseur augenscheinlich auch nicht aus dem Blick verlieren.
"Scorching sun, fierce winds, and wild fire" ("Der Gorilla mit der stählernen Klaue", welch dämlicher dt. Titel, also ich habe keinen Gorilla gesehen) ist ein solider, guter Genrebeitrag. Ein Eastern mit kernigem KungFu, starkem Cast und durchdachter Storyline..., 7,5/10.