"Die größten Events bei RTL", so lautet der Slogan von Deutschlands meistgesehenen TV-Sender überhaupt. Doch hinter diesen "großen Events" verbergen sich eigentlich nur selten mal brauchbare Sendungen. Meistens handelt es sich nämlich nur um grenzdebile Shows alla "Ich bin ein Star..." oder dillethantische Seriencover wie "Beauty Queen". Und auch verhältnismäßig recht aufwändige TV-Filmchen stecken dahinter, die aber meist schon so derart bekloppt sind, dass sich der Trash-Freak dreckig darüber amüsieren kann. Nach dem vor kurzem ausgestrahlten "Hai-Alarm auf Mallorca", kommt nun der zweite Teil des trashigen Comedy-Streifens "Crazy Race", der schon damals für TV-Schrott der unterhaltsamsten Sorte sorgen konnte. "Crazy Race 2", setzt da noch einmal überall einen drauf. Doch so unterhaltsam wie der erste Teil, ist das Ganze trotzdem nicht!
Was die Story angeht, wird hier wieder einmal Schwachsinn geboten, der kaum noch zu überbieten ist. Die Verfolgung einer West-Göre die in den Osten flieht, um bei ihrem Freund zu sein und die angeblich wahre Geschichte des Mauerfalls bieten genau das, was man als Fan des Trash-Genres erwarten darf. Was hier an gequirlter Kacke in nur 90 Minuten drinsteckt, das kriegt selbst Hollywood kaum besser hin. Dabei ist das Ganze natürlich noch mit Klischees überzogen bis zum geht nicht mehr (allerdings sowohl auf der Ost- als auch auf der Westseite) und nach Logik sollte man erst recht nicht suchen. Also das Gehirn auf 0 stellen, bevor man versucht seinen Spaß daran zu haben. Denn nur so hätte es durchaus funktionieren können.
Leider ist dem aber nicht so, zumindest nicht durchgehend. Nachdem recht rasanten Start, zieht sich das Ganze nämlich leider doch meist eher in die Länge, als das es wirklich unterhalten kann, auf welche Weise auch immer. Da dem Schwachfug doch ziemlich der Biss fehlt, kann man nur an wenigen Stellen wirklich lachen. Der größte Teil des Streifens beschäftigt sich mit dem Beziehungsaufbau zwischen den beiden Hauptfiguren und all ihren Problemchen. Dazwischen knallen dann hier und da mal ein paar Autos aufeinander oder manch arg bösartiger Witze-Blindgänger versucht noch irgendwie zu zünden. Schnarchgeräusche dürften hier wohl öfter durch den Raum schweben, als wirkliche Lacher.
Das der Film aber nicht zu 100% im Bodenlosen versinkt, dafür sorgen zum einen manch unglaublich schräge Idee, zum anderen manch einer der Comedians. Zu den schrägsten und gewissermaßen auch trashigsten Ideen des Streifens gehören: 1. Ottfried Fischer als bayrischer Sohn, der in der DDR zurück gelassen wurde. 2. Dirk Bach als fieser Egon Krenz-Verschnitt und 3. Roberto Blanco als singene "Mumie"! Diese und manch andere, arg an den haaren herbeigezogene, Idee, kann dann doch für Kopfschütteln und Schmunzler auf einmal sorgen.
Dazu dann noch die herrlichen Auftritte einiger Comedy-Stars. Allen voran der grandiose Martin Schneider als Imbissbuden-Verkäufer, der mal wieder 100% in seiner Rolle aufgeht und wirklich einen Brüller nach dem Anderen liefert. Des weiteren das Comedy-Duo Mundstuhl, die als Krankenwagenfahrer ebenfalls auf ihre typische Art und Weise zum Lachen animieren. Vor allem die Szene mit dem vermeintlichen Handpilz ist zum schießen. Dazu dann noch Johann Könich, der zwar nicht wirklich schauspielern kann, aber als dusseliger Grenz-Beamter trotzdem überzeugt. Und last but not least Otto Waalkes, als durchgeknalltes Erfindergenie der DDR, der hier wieder einmal typisch "Otto" sein darf und dabei weit witziger rüberkommt, als in seinem aktuellen Zwergen-Film. Somit ist wenigstens hier und da mal für etwas Unterhaltung gesorgt.
Die restlichen Darsteller sind dafür aber nicht der Rede wert. Ottfried Fischer, der anscheinend in jedem RTL-Movie irgendwie mitspielen muss, zeigt hier wirklich das absolute Nichtkönnen seiner "Schauspielkunst". Zwar konnte Otti noch nie wirklich Schauspielern, doch seine Leistung hier ist so was von unter aller Kanone, dass man sich als Bullen-Fan (ja ich stehe dazu!) nur schämen kann. Gina Wild alias Michaela Schaffrath ist dafür einfach nur dämlich, Katy Karrenbauer spielt viel zu übertrieben, als das es passen könnte und Wolke Hegenbarth, kann höchstens durch ihr Aussehen überzeugen. Insgesamt gesehen ein recht dödeliger Haufen von "Schauspielern", die zum Genre zwar passen aber trotzdem ziemlich enttäuschen (vor allem Ingrid Steeger hat sich hier vollkommen verschenkt)!
Fazit: Grenzdebile, dümmliche und nur leidlich unterhaltsame TV-Trash-Granate, die zwar ihre Momente hat und vor allem durch die ein oder andere glanzvolle Comedian-Performance, ab und an, auch durchaus mal zum Lachen animiert, aber im überwiegenden Teil doch eher Langweile verbreitet. Dazu noch schlechte Darsteller, ein unpassender Soundtrack und Action auf typischen TV-Niveau. Trash-Fans dürfen sich das ganze Spektakel durchaus mal angucken, aber selbst sie dürften größtenteils enttäuscht sein!
Wertung: 3/10 Punkte