Review
von Leimbacher-Mario
Nummer 6 klebt!
Und das soll einer der schlechtesten (Sci-Fi-)Filme aller Zeiten sein?! No way, Jose! „Saturn 3“ schießt einen hinterhältigen Harvey Keitel und seinen hochentwickelten (Killer-)Roboter zu einer abgelegenen Raumstation, wo ein alternder Wissenschaftler und seine knackige Kameradin ihrem einsamen und bis dato glücklichen Eremitendasein nachgehen...
Keitel, Douglas (Sr.), die Fawcett nackelig - klingt nach einem Blockbuster seiner Zeit? Falsch gedacht, denn „Saturn 3“ war ein Flop auf allen Ebenen. Was aber nichts daran ändert, dass er nun, mit etwas Abstand und Wissen betrachtet, sehr leicht und spaßig und schön zu genießen ist. Nicht nur, weil man eine der attraktivsten Frauen aller Zeiten (ein wenig) textillos erlebt. Das Drei-Personen-Stück hat durchaus emotionales Gewicht, ein paar moralische wie soziale Dilemmas, sieht meist klasse (handgemacht) aus und ist weit mehr als ein Star Wars-Abklatsch oder Terminator-Trash-Vorläufer. Der Roboter ist stark designt, man hat sowohl Mitleid mit als auch etwas Angst vor ihm. Die Sets sind brauchbar, an der Spannungsschraube hätte zwar noch gut gedrehter werden dürfen, aber irgendwie passt die Balance aus Quatsch und Suspense, aus Kopie und Vorreiter, aus B- und A-Movie. Die Laufzeit ist knackig und eignet sich ideal für ein Double Feature (etwa mit „Forbidden World“), es gibt sogar Gorespitzen (abgeschlagene Hand, aufgesetztes Gesicht) und im Grunde ist es ein einziges, unterhaltsames Gebalze um eines der heißesten Sexsymbole, das diese Erde je erblickt hat. Vom Robi über Keitel bis zum faltigen, aber (damals) immer noch irgendwie knackigen Kirk haben es alle auf Frau Fawcett abgesehen wie ein Rudel ausgehungerter Rüden auf eine läufige Hündin. Wer will es ihnen verübeln...
Fazit: Lost In Cheese - käsig und irgendwie cool. Nicht nur James Cameron ließ sich von diesem blechernen Killer inspirieren. Ein interstellares Kammerspiel aus Plastik und Hormonen. Egal ob A-Film in B-Movie-Gewand oder andersrum - „Saturn 3“ ist viel, viel besser als sein lange Zeit geltender Ruf, macht kurzweilig Laune und man kann ihn ohne Bedenken einlegen. Nicht nur auf Grund der nackigen Fawcett. Aber natürlich ist auch das allein schon Grund genug...