"Das kleinste Detail könnte wichtig sein."
"Basil, der große Mäusedetektiv" verlegt eine Rahmenhandlung des Meisterdetektiv Sherlock Holmes in die Welt der Nagetiere. Nachdem die Fledermaus Greifer den Spielzeugmacher Hampelmann entführt, sucht seine Tochter Olivia den Mäusedetektiv Basil auf. Zeitgleich kehrt auch der Kriegsveteran Dr. Wasdenn in seine Heimat zurück und unterstützt Olivia bei ihrer Suche. In der Baker Street 221b ist der exzentrische Basil zunächst desinteressiert den Fall zu übernehmen, da er auf der Spur seines Erzfeindes Professor Rattenzahn ist. Die Fledermaus Greifer arbeitet jedoch für den genannten Verbrecher und durch diese Verbindung übernimmt Basil doch noch den Auftrag. Bei der Spurensuche in einem Spielzeuggeschäft wird aber auch Olivia entführt.
Es gibt Filme, die besonders in der eigenen Kindheit etwas hinterlassen. Sei es das Gespür für Abenteuer, ein schauriges Gefühl durch Grusel oder der erste provokative Sprung zum Erwachsen werden. "Basil, der große Mäusedetektiv" ist so ein Film, der den Rezensenten geprägt hat und das Interesse zu Sherlock Holmes mitbegründet hat. Dabei ist die Handlung doch eher einfacher Natur.
Vorspann und Intro zeigen direkt die Stärken des Zeichentrickfilmes: Eine dichte Atmosphäre. Das orchestrale, musikalische Thema ist wuchtig und eingängig, die Stimmung eher ernst. Insofern zählt "Basil, der große Mäusedetektiv" zu den eher düsteren Disney-Filmen. Dennoch kommt mit Situationskomik und einer comichaften Überzeichnung auch der Humor nicht zu kurz.
In flotter Art und Weise wird die Handlung erzählt. Die ca. 75 Minuten geben jedoch nicht die Möglichkeit für eine ausgefeilte Geschichte her. Stattdessen sind es die possierlichen Figuren, die begeistern. Angelehnt an den fiktiven Figuren von Arthur Conan Doyle finden sich auch bei den Nagern die bekannten charakterlichen Stärken und Schwächen. Ein besonderer Clou: Als Schatten sind Sherlock Holmes und Dr. Watson, die ein Stockwerk über den Nagern wohnen, kurzzeitig integriert.
Bunte, erdige Zeichnungen wechseln sich mit graublauen, kalten ab. Die Animation der Figuren ist flüssig, hat aber sichtbar etwas Staub angesetzt. Selbstverständlich hat Disney seine Charaktere an die tierischen Fähigkeiten angeglichen. Die Kulissen von London sind Dank eher realer, viktorianischer Hintergründe wiedererkennbar.
Das eher düstere Setting steht "Basil, der große Mäusedetektiv" überaus gut. Besonders die Puppen im Spielzeugladen haben etwas sehr unheimliches. Gänzlich vergisst Disney aber nicht auch etwas leichten Witz einzubauen. Die liebevollen Zeichnungen, charmante Charaktere und ein stimmungsvolles Finale machen den Zeichentrickfilm zu einer besonderen Variante der Sherlock Holmes Abenteuer, obwohl die Handlung eher mager ist.
9 / 10