Review

Um jeden Price


In meiner Kindheit waren unter den gezeichneten Nagetieren eher Feivel und Bernard & Bianca angesagt, da kam Basil, der Meisterdetektiv, etwas kurz. Vielleicht hatten ihn meine Eltern sogar gesehen und für etwas zu grimmig eingestuft, obwohl sie es eigentlich nicht allzu streng nahmen mit der Bevormundung und dem Filmverbot. Ist jetzt auch egal, denn nun bin ich groß genug für „den harten Stoff“ von Disney, mit dem das Haus in den 80ern noch wesentlich großzügiger umging. Und was soll ich sagen: „The Great Mouse Detective“ gefällt mir richtig gut. Er wird sogar jedem Erwachsenen und Filmfreund gut gefallen, da bin ich mir sicher. Denn die Mischung aus holmeschem Krimi und Mäusedrama ist fantastisch gealtert und gehört sicher zu den unterschätzteren Disneyperlen. 

Erzählt wird von Basil, dem größten Mäusedetektiv der Londoner Unterwelt, der dem gierigen Professor Ratigan, der es auf den Thron abgesehen hat, einen Strich durch die ausgeklügelte Rechnung machen soll... „Basil“ ist vernebelt und verrucht, es gibt gruselige Fledermäuse, mit Ratigan (famos synchronisiert von Vincent Price!) einen klasse, clever Gegenspieler, der gerne mal seine Handlanger an seine riesige Katze verfüttert (!), und sogar eine sexy Varietéeinlage (!!!), es gibt Barfights und tödliche Fallen ala „Saw“-light. Zudem ist das Finale im Uhrturm/Big Ben sensationell inszeniert, es gibt waschechte Jumpscares (!), die kleine Maus, deren Vater von Ratigan gekidnappt wurde, ist zuckersüß und Basil ist einfach eine Klasse für sich, was Ermittlungen angeht. Die Atmosphäre ist dicht und muss sich hinter keiner Hammer-Produktion verstecken, sowohl Protagonist als auch Badguy haben Swag ohne Ende und der Gesang steht hier mal erstaunlich hinten an. All das kann diesen Kanal-Sherlock durchaus zu einem Favoriten im breiten Mauskanon machen. 

Fazit: ein Gothic-Grusel-Cartoon Noir von Disney?! Heilige Maus, das waren noch Zeiten... „Basil, der große Mäusedetektiv“ ist eine faszinierende Perle zwischen süß, düster und klassisch. „From Hell“ trifft Sherlock Holmes und „Feivel der Mauswanderer“! 

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