Cameron Diaz spielt eine junge und verantwortungslose Frau, die das Leben in vollen Zügen genießt und infolge dessen öfters über die Stränge schlägt. Ihre Schwester, gespielt von Toni Collette ist so ziemlich das genaue Gegenteil, sie ist eine verklemmte, erfolgreiche und einsame Anwältin. Als Diaz von ihrer Stiefmutter vor die Tür gesetzt wird, nimmt Collette diese auf. Als Diaz mit Colletts Chef schläft, verkrachen sich die beiden unterschiedlichen Schwestern endgültig und Diaz zieht zu ihrer Großmutter, von der sie vorher nicht einmal wusste, dass sie existiert.
Die Story ist eher flach. Der Film ist sehr vorhersehbar und liefert hauptsächlich übertriebene und kitschige Wendungen, sodass die Gefühle einfach nicht echt wirken können. Durch die Vorhersehbarkeit und das stereotype Muster kann der Film leider keine Spannung aufbauen und geht in der Masse unter, da er kaum eigene Ideen liefern kann. Die Charaktere sind natürlich stark übertrieben und somit sehr unglaubwürdig. Auch der Wandel der beiden Hauptfiguren hätte mit mehr Tiefe behandelt werden müssen. Mit dieser Story kann man wirklich niemanden beeindrucken.
Der Film läuft relativ langsam an, entwickelt dann aber durch ein paar Gags und ein relativ schnelles Erzähltempo einen soliden Unterhaltungswert, der auch im Mittelteil aufrechterhalten werden kann. Auch wenn der Film falsche Emotionen liefert, kann er dann doch eine gewisse Dramatik aufbauen und damit die Zeit zum Ende hin unterhaltsam überbrücken. Das Finale ist dann doch beim besten Willen zu kitschig und beendet den Film, den man dann doch als Frauenfilm bezeichnen kann, solide.
Regisseur Curtis Hanson gibt sich nach "8 Mile" erneut alle Mühe, den Film möglichst emotional zu gestalten, übertreibt es aber ein wenig. Die Filmmusik ist entsprechend ruhig und melancholisch, passt aber gut zum Film. Auch die Kulisse wählt er ordentlich. Hanson hätte vielleicht ein paar Gags mehr einbauen sollen, um den Film amüsanter zu gestalten. Das Erzähltempo gelingt ihm aber ebenfalls gut, sodass der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.
Cameron Diaz kommt mit der Rolle der unvernünftigen und lebensfrohen Schwester sehr gut zurecht. Obwohl sie diese Rolle schon dutzende Male spielen durfte, z.B. in "Verrückt nach Mary" oder "Liebe braucht keine Ferien", wirkt sie nicht gelangweilt, hat sichtlich Spaß am Spiel und bemüht sich sehr, statt einfach ihr Routineprogramm herunterzuspielen. Sie kann echte Gefühle vermitteln und verhindert so, dass der Film nicht noch früher in belanglosem Kitsch endet. Dasselbe gilt auch für die ebenfalls stark spielende Toni Collette, die in der Rolle der einsamen und erfolgreichen Schwester ebenfalls gut zu Recht kommt, zumal ihr die Rolle wie auf den Leib geschneidert ist. Oscar-Preisträgerin Shirley MacLaine spielt nach über 50 Jahren im Geschäft routiniert und rechtfertigt ihre Golden Globe-Nominierung.
Fazit:
In den Schuhen meiner Schwester ist ein einigermaßen unterhaltsamer Frauenfilm, der leider zum Ende hin viel zu kitschig wird. Die Story ist viel zu flach, sodass der hervorragende Cast leider auch keine echten Gefühle mehr vermitteln kann. Nur für Fans des Genres zu empfehlen.