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Der Daywalker geht in die dritte und (vermutlich) letzte Runde! Hier bekommt es Blade mit dem Vater aller Vampire zu tun: Dracula! Unglücklicherweise ist "Blade: Trinity" nicht das erhoffte Megafinale der Blade-Trilogie geworden.

Eine von Danica Talos (Parker Posey) angeführte Vampirgruppe befreit Dracula bzw. Drake (Dominic Purcell) aus seinem Grab im Irak (Aha... Saddam hatte also doch Massenvernichtungswaffen versteckt). Mit seiner Hilfe wollen sie den Fluch der Dunkelheit besiegen. Denn Drake ist genau wie der Daywalker resistent gegen Sonnenstrahlen. Besagter Daywalker wird darauf von selbiger Vampirgruppe bei Polizei und FBI angeschwärzt. Während einer Razzia stirbt Whistler (Kris Kristofferson) im Kugelhagel der Gesetzeshüter. Blade (Wesley Snipes) selber wird verhaftet, aber kurz darauf von Whistlers kampferprobten Tochter Abigail (Jessica Biel) und dem sprücheklopfenden Hannibal King (Ryan Reynolds) befreit. Gemeinsam wollen sie nun Drake und die Vampire vernichten...

Eisberg Wesley Snipes (Liberty Stands Still) ist als Blade wieder mal in seiner Paraderolle und Mr. Cool in Person. Wie von ihm gewohnt metzelt und prügelt er sich perfekt choreografiert durch die Reihen der Blutsauger. Damit hat Snipes wohl die Rolle seines Lebens gefunden. Schwarzenegger ist der Terminator. Stallone ist Rambo bzw. Rocky. Und Snipes ist nun Blade! Doch dabei stehlen ihm zwei Personen in Sachen Coolness und Kampfeinlagen eindeutig die Show: Jessica Biel (Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre) und Ryan Reynolds (Amityville Horror)! Biel sieht nicht nur verteufelt gut aus, sondern kämpft wie eine Amazone. Da können sich Charlies Engel und Matrix-Trinity vor Scharm verkriechen. Stets die neusten MP3's im Ohr lehrt sie mit ihrem Bogen den Vampiren das Fürchten. Dennoch wird Biel Platz für die einen oder anderen Gefühle gelassen. Ryan Reynolds hat hingegen mit seinen Sprüchen den Humor im Film regelrecht gepachtet. Auch in Sachen Kampfeinlagen sieht man von ihm nur positives. Ein Totalausfall ist hingegen Dominic Purcell (Mission: Impossible 2) als Dracula. Das Charisma und die majestätische Erhabenheit eines Draculas sucht man bei ihm vergebens. Eher denkt man bei ihm an einen x-beliebigen Türsteher einer schlechten Disco. Als Monster sieht Drake dann wie ein misslungener Genversuch aus dem Creeper, dem Alien und dem Predator aus. Da war der Dracula in "Van Helsing" ja noch um einiges besser... und das soll was heißen! An die vorherigen Gegner Deacon Frost und Nomak kommt Purcells Drake bei weitem nicht heran. Somit ist und bleibt Frost die "Nummero Uno" der Blade-Gegner. Und Parker Posey (Scream 3) kommt lediglich wie eine durchgeknallte Domina daher. In einer Nebenrolle als FBI-Agent ist dann noch James Remar (The Girl Next Door) zu sehen.

Die Nahkämpfe sowie die Shoot-Outs können sie wieder mal sehen lassen. Das Arsenal der menschlichen Vampirjäger sieht auch beeindruckend aus. Da hätten wir zum einen den UV-Bogen, der ein wenig an des Jedis Lichtschwert erinnert, und natürlich Abigails Flitzebogen, der ja anscheinend momentan im Trend zu liegen scheint, was man u.a. an "Elektra" und "The Punisher" sehen kann. Auch die neuen Ballermänner machen mächtig was her. Blade hingegen begnügt sich mit seinem guten alten Silberschwert, was auch gut so ist. Somit liegen die Kämpfe auf der Plusseite von "Blade: Trinity". Jedoch befindet sich der Film storymäßig auf der Minusseite. Die Story scheint eine Mischung aus Teil eins und zwei zu sein. Das Virus erinnert stark an das Serum im ersten Film und es gibt wie dort auch einen finalen Schwertkampf. Also kaum was Neues im Daywalker-Land. Dabei hätte das Regisseur David S. Goyer (Zigzag) eigentlich besser wissen müssen, schrieb er doch die Drehbücher zu den Vorgängern und war auch hier wieder am Werk. Vielleicht wollte er mit "Blade: Trinity" ja auch nur ein "Best of Blade 1 + 2" machen. Und was zur Hölle sollen diese Köter mit Vampirgebiss? Lustig sind die mal nicht... denn für den Humor ist hier Hannibal King zuständig und keine aufgesetzt wirkenden Vampirköter. Die wirken einfach nur lächerlich.

Es heißt ja, dass ein Held nur so gut ist wie seine Feinde! Und das wird in "Blade: Trinity" deutlich bewießen. Denn bei all der guten Action und den beiden neuen Charakteren Abigail & King ist der dritte "Blade"-Streifen auch leider der schwächste der ganzen Trilogie, da es hier überwiegend an neuen Ideen mangelt. Vielleicht erleben wir mit einem eventuellen vierten Teil ja noch ein würdiges Finale.

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