Review

Wer hätte es geglaubt, mittlerweile dreht Rick Bota den dritten Hellraiserfilm hintereinander.
Zum Glück gab es bei „Hellworld“ nicht die Kopie der Kopie, wie ich es schon erwartet hatte, da Bota seinen 6. Teil praktisch im 7. kopiert hatte.


„Hellraiser“ ist nur ein Film, wir wussten es immer. Mittlerweile kann man im Internet sogar ein Spiel namens „Hellworld“ spielen, welches sich ganz auf Pi8nhead und seine Bande beschränkt. Eine Gruppe von Jugendlichen, darunter die hübsche Chelsea (Katheryn Winnick), gewinnen bei dem Spiel eine geheime Einladung zu einer „Hellworld“-Party.
Als sie an einem großen Haus ankommen, tobt dort schon der Mob. Chelsea und Freunde werden vom dem Host (Lance Henriken) begrüßt, der alle möglichen Utensilien aus den Hellraiser-Filmen zu haben scheint. Die Jugendlichen sollen angeblich was erleben, was sie nicht mehr vergessen werden. Zu spät merkt Chelsea, wie recht der Mann hatte, denn Pinhead (Doug Bradley) und die Cenobiten scheinen persönlich auf der Party zu sein...


Gott sei Dank hat es Rick Bota nicht gewagt, auch den 8. Hellraiser-Teil in Analogie zu den beiden vorherigen aufzubauen. Dort war es immer der große Suspens-Faktor, der die Filme bestimmt, hinzu kam (oder gerade nicht) wenig Pinhead, so dass der Großteil sich zurecht frage, warum das ganze dann als Hellraiser-Teil vermarktet wurde. Es hätte auch ein x-beliebiger Film sein können, man hätte es kaum gemerkt.
Eins vorweg, auch hier hat Pinhead nicht viele Auftritte, genau wie in den Teilen 5-7. Aber immerhin merkt man hier von jeder Minute an, dass es sich hier mal um einen Hellraiser-Film handelt.

Man kann den kompletten Film fast als Hommage an die alten Filme betrachten. Die Website „Hellworld“, die mit munteren Pinhead-Sprüchen aufwartet, das ganze Haus von Henriken, welches mit allen möglichen Hellraiser-Utensilien aufwartet. Hinzu kommt erstmals, dass man Pinhead und Co. wirklich als erfundene Personen interpretiert. Alle Personen im Film halten Pinhead als eine fiktive Person, die es in Wirklichkeit nicht gibt, anders als in den vorherigen Filmen.

Hinzu kommt, dass Bota jetzt wenigstens zu Begin schon mal ein wenig Gas gibt, der Film ist wirklich oder besser gesagt endlich anders als die drei vorherigen Teile. Durch die vielen Jugendlichen Darsteller wirkt der Film auch mehr wie ein Teeny-Film Marke der aktuellen Halloween-Reihe, viel gemeinsam hat er mit den düsteren Filmen zu Begin also auch nicht. Aber immerhin mal überhaupt was neues als immer wieder eine Frau, die nicht weiß was los ist und zum Ende auf Pinhead trifft.

Als Darsteller hat man zwar nicht die oberste Riege an Schauspieler gecastet, doch gerade Lance Henriksen bringt etwas Leben in die Bude als Host des Spiels „Hellworld“, wobei man Henriksen zu Begin gar nicht einschätzen kann. Hinzu kommt die hübsche und im Martial-Art Bereich bewandelte Katheryn Winnick, zuletzt sah man sie noch in „Satan’s little Helper“. Natürlich darf Doug Bradley in seiner Paraderolle als Pinhead nicht fehlen, auch hat er wieder einige Helfer dabei, die sich aber zurückhalten...gut, nicht immer, man wird es sehen. Jedenfalls braucht man sich hier auch keine Hoffnung zu machen, viel Pinhead zu sehen. Trotzdem hat der Film mich ein wenig an „Hellraiser - Hell on Earth“ erinnert, immerhin ist „Hellworld“ rasanter als die anderen Teile.

Hinzu kommt Botas offenkundiges Interesse an nackten Frauen, die hier ungewöhnlich viel zu sehen sind, die ganze Party scheint mehr ein Fest der Lust zu sein als ein Treffen zum Spiel „Hellworld“.
Die früheren Hellraiser-Filme haben sich ja mittlerweile zurückgehalten in Sachen Gewalt. Wunderte man sich noch über das sehr harte Rating der nordamerikanischen Fassung, so bekam der Film in den USA wiederum ein R-Rated, in Kanada aber quasi die Light-Version, 18A (der 7. war auch R). Immerhin geht es hier gut zur Sache, wenn Pinhead und Kumpanen auftauchen. Einige recht harte Szenen sind zu bewundern, mit denen man eigentlich nicht mehr rechnen würde, trotzdem ertrinkt der Film alles andere als im Splatter. Die Szenen werden sparsam, aber beachtlich in Szene gesetzt. Und man weiß eigentlich immer, warum es passiert. Pinhead hat jetzt fast seinen eigenen Folterkeller und es macht schon Spaß zuzugucken, mit welchen Ideen die Leute in den Keller gelockt werden, um dann aus dem Leben zu scheiden. Männer werden natürlich u.a. mit willigen Frauen gelockt.

Die Auflösung wird viele überraschen, ja gerade zu enttäuschen, da alles ein wenig wirr und sehr unwirklich klingt. Man kann sich kaum vorstellen, dass so was möglich ist. Immerhin ist dann noch nicht Schluss, ein kleines Schmankerl am Ende gibt es doch noch. Zwar wird gerade gegen Ende dann noch auf CGI gesetzt, aber damit kommt man ja mittlerweile nicht mehr aus. Immerhin, ich sage es gerne noch mal, der achte Hellraiser-Film ist ist rasanter, wirkt dafür auch halt teenymäßiger wie die ganzen Horrorfilme der Neuzeit. Könnte dann dem einen oder anderen auch missfallen, vielleicht findet sich wieder jemand, der zu Hellraiser zurückkehrt.


Fazit: Hellraiser wird nicht mehr sein was es einmal war. Auch Teil 8(!!!) hat mittlerweile nicht mehr viel mit der Reihe von Clive Barker zu tun. Immerhin ging man im achten Teil noch etwas andere Wege und amchte den Film ein wenig flippiger und vielleicht auch konsumierbarer als die anderen Teile, die mehr an einen Mystery-Thriller erinnerten. Auch Teil acht wirft Fragen auf, doch werden diese gegen Ende (wenn auch nicht wirklich überzeugend) aufgelöst und einmal darf Pinhead dann doch noch. Hoffen wir nun alle, dass dies wirklich der letzte Auftritt von Pinhead und seinen Cenobiten war, und auch der letzte Auftritt von Bota als Regisseur, denn mehr als drei Mal muss wirklich nicht sein. Aber mir ist schon wieder zu Ohren gekommen, dass Clive Barker nun persönlich ein endgültiges Ende von Pinhead schreiben soll. Wie auch immer, wir werden es sehen. Empfehle ich Hellraiser 8? Nein, nicht wirklich, nur den Hardcore-Fans und vielleicht denen, die auf Teeny-Horrorfilme stehen. Der Rest sollte auch Hellraiser 8 aka „Hellworld“ den Rücken kehren.

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