Mit dem achten Teil darf Rick Bota zum dritten Mal ein „Hellraiser“-Sequel inszenieren, steigert sich im Vergleich zu „Hellraiser: Deader“ wieder geringfügig, was aber nur ein schwacher Trost ist.
Entgegen möglicher Vermutungen gehen Pinhead (Doug Bradley) und die Cenobiten hier nicht online, das titelgebende Internetspiel Hellworld ist nur der Aufhänger. Eine fünfköpfige Freundesclique, früher zu sechst, spielt selbiges Game übers www, der Verblichene von ihnen spielte es damals so exzessiv, dass er sich in Wahnvorstellungen steigerte und Selbstmord beging. Zu Beginn gibt es eine Traumsequenz von der Beerdigung, sogar mit dem obligatorischen Hui-Buh-Schockeffekt, den aber jeder voraussieht.
Einige Zeit später erhalten die Verbliebenen eine Einladung zur Hellword-Party, da sie besonders gute Spieler waren. Ihr Gastgeber (Lance Henriksen) begrüßt und führt sie durchs Haus, welches vollgestopft ist mit Antiquitäten, die sich um die Cenobiten, die Würfelbox und ihre Entstehung dreht. Damit schafft „Hellraiser: Hellworld“ mal wieder stärker Bezug zur eigentlichen Saga, doch leider soll es bei dieser Requisitenschau bleiben, was den „Hellraiser“-Geist angeht.
Nach der Führung durchs Haus werden die Gäste eingeladen kräftig auf der Party zu feiern. Man ist gelassen, doch bald passieren seltsame Dinge: Einzelne Mitglieder der Gruppe werden in abgelegene Räume gelockt und treffen dort auf das Grauen…
Wie schon bei den drei Filmen davor handelt es sich bei „Hellworld“ um ein Script, das an sich eine andere Art von Horrorfilm bedient und flugs auf Cenobiten-Saga umgestrickt wurde. Pinhead und die Cenobiten tauchen nur sporadisch auf, erster meist nur um einen Oneliner abzulassen, gelegentlich aber sogar selbst das Hackebeil zu schwingen. Dies passt leider kaum zur „Hellraiser“-Saga, wenngleich das Ende das ungewöhnliche Verhalten des Höllendieners erklärt. Gleichzeitig zeigt das Ende aber wieder, wie wenig die eigentliche Konzeption von „Hellworld“ mit „Hellraiser“ zu tun hat.
Die Auflösung kann man sogar als Clou bezeichnen, aber bis dahin ist „Hellworld“ nichts weiter als ein formelhafter Slasherfilm. Es wird getrunken und gepoppt, von der Herde getrennte Schafe verhackstückt bis nur die netten, tugendhaften Mitglieder der Truppe übrig sind. Großartige Whodunit-Rätsel bleiben allerdings aus, viele Twists ahnt man schon im Voraus und nur wenige Spannungspassagen (z.B. das Auftauchen der Polizei) können überzeugen.
Allerdings ist „Hellworld“ etwas besser geraten als Botas vorherige „Hellraiser“-Filme, trotz aller Formelhaftigkeit. Die Atmosphäre in dem Partyhaus ist schön düster und ein zünftiger Rücksoundtrack verleiht dem Geschehen immerhin einigen Drive. Die Mordszenen bieten zudem ein paar nette FX wie den Einsatz einer Art Kehlkopfsäge und das Make-Up der Cenobiten ist gewohnt gut.
Das Jungvolk unter den Darstellern könnte allerdings noch mal zurück auf die Schauspielschule, denn sie agieren doch wenig überzeugend. Immerhin sind zwei alte Kämpen am Start. Zum einen Doug Bradley, der seine Paraderolle routiniert, aber auch wenig gelangweilt runterreißt, sowie Lance Henriksen, der sich Mühe gibt, keine Bestleistung erbringt, den Rest der Darsteller trotzdem an die Wand spielt.
„Hellraiser: Hellworld“ ist unterdurchschnittlich, nur passagenweise spannend und setzt die Saga leider kaum konsequent fort. Der Soundtrack ist nett, handwerklich solide Arbeit verleiht dem Film einen gewissen Reiz, doch im Endeffekt ist er als Fortsetzung ähnlich unwürdig wie die Teile fünf bis sieben.