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Im achten Teil der "Hellraiser"-Saga geht es um eine Gruppe junger Leute, die sich für den Tod eines Freundes verantwortlich fühlen. Jahre später besuchen sie eine geheime Party von Fans des Hellraiser-Mythos' und geraten hier in den Bann des mysteriösen Hausbesitzers (Lance Henriksen). Schon bald tappt einer nach dem anderen in eine tödliche Falle.

Die Probleme der Reihe bleiben auch in "Hellword" die gleichen wie zuvor: Die Grundidee ist gut und hat Potenzial, aber die Umsetzung scheitert an geringem Budget und wenig künstlerischer Originalität. So sind die zumindest angedeuteten Meta-Aspekte dieses achten "Hellraiser"-Films durchaus interessant: Eine Handvoll Anspielungen auf Bücher und Filme des "Hellraiser"-Kosmos dürften Fans ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Anstatt aber diesen Bruch zwischen Fiktionalitäts- und Realitätsebene konsequent zu verfolgen, fällt der Film nach der Einleitung sehr schnell in vorhersehbare und ziemlich klischeehafte Teenie-Splatter-Muster zurück. So wird einer nach dem anderen blutig-brutal ermordet, ohne dass das inhaltlich sonderlich zusammenhängend erzählt würde. Und mit dem eigentlichen Kosmos der Reihe hat das nicht wirklich etwas zu tun: Es ist definitiv unter Pinheads Würde, eigenhändig ein Fleischerbeil zu benutzen, um jemandem den Kopf abzuschlagen.

Die Darsteller sind nicht besser und nicht schlechter als in den Vorgängerfilmen - also ziemlich schlecht - und die Dialoge bleiben oberflächlich und platt. Dafür reihen sich hier Klischees an Klischees: unsympathische Nebenfiguren, die sich oft genug selbst in Schwierigkeiten bringen, finster dreinblickende Fieslinge und eine 08/15-Splatter-Handlung, die noch durch übersinnlich-mysteriöse Elemente aufgehübscht werden soll.

Das allerdings geht auch daneben, denn die Handlung und vor allem die Auflösung sind diesmal derart unlogisch und unglaubwürdig, dass sich selbst der schlichteste Horrorfreund daran stören muss. Um einer möglichst düsteren Überraschung (die so überraschend dann auch nicht ist) willen werden hier simpelste logische Zusammenhänge über den Haufen geworfen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Auflösung auch für echte Pinhead-Fans eine ähnlich bittere Enttäuschung sein dürfte wie seinerzeit der fünfte Teil von "Freitag, der 13." für Jason-Fans.

Überhaupt macht Doug Bradley seine Sache als Pinhead wie gewohnt gut und charismatisch, allerdings bleibt sein Auftritt hier so rar und vor allem so unbedeutend, dass er endgültig zum Gastauftritt in seiner eigenen Reihe abgestempelt wird. Auch Lance Henriksen wirkt in seiner eindimensionalen Rolle ziemlich gelangweilt. Einzig der coole Rock- und Pop-Soundtrack kann zeitweilig überzeugen, ansonsten scheint hier alles doch sehr lustlos herunter gekurbelt zu sein.

Auch wenn die Gewalt wieder deutlich zugenommen hat, bieten sich dem Splatter-Fan nur durchschnittliche Blut-Exzesse - kein Vergleich zu den hammerharten Erstlings-Filmen der Reihe. Mit der belanglos-langweiligen Story, lahmen Darstellern und wenigen echten Höhepunkten bleibt damit auch "Hellraiser: Hellworld" trotz guter Ausgangsidee ein sehr blasser Nachklapp zu einer der heftigsten Horror-Filmreihen der Kinogeschichte.

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