Review

Unter einer Gruppe von Teenagern kursiert die Sucht nach einem auf der "Hellraiser"-Mythologie basierenden Internet-Game namens "Hellworld"... und der junge Adam ist dem Spiel sogar so sehr verfallen, dass er doch glatt Selbstmord begeht. Zwei Jahre später erhalten Adams Freunde durch das besagte Spiel eine Einladung zu einer "Hellworld"-Party, die in einer angeblich einst von Phillip LeMarchand erbauten, ehemaligen Irrenanstalt stattfindet. Auch wenn der Gastgeber der Sause da doch ganz schön creepy wirkt, mischen sich Chelsea, Mike und die anderen unter das feierwütige Party-Volk... und sehen sich kurz darauf mit Pinhead und seinen Zenobiten konfrontiert, die urplötzlich auftauchen und die Gästeliste ganz schön ausdünnen... Als ausgesprochener Nicht-Fan der Franchise war es mir bislang ja ziemlich wurscht, was für ein Schindluder die Rechte-Inhaber da so mit Clive Barkers Kopfgeburt "Hellraiser" getrieben haben, um mit einigen notfürftig auf die Bedürfnisse der Serie umgemodelten, fremden Drehbüchern unaufwendig den DVD-Markt zu bedienen... und so konnte ich dann auch die beiden direkten Vorgänger von Rick Bota "Hellseeker" und "Deader" mehr oder weniger durchwinken. Damit ist jetzt aber Schluss, denn "Hellworld" markiert den Niedergang Pinheads als Horror-Ikone und den ersten richtig tiefen Griff der Reihe ins Jauche-Fass, den man auch nicht mehr einfach so mit einem saloppen "Wem's gefällt..." abhaken kann. Hatten die Teile 5 bis 7 da zuvor zumindest noch das "Glück", dass die Skripts, die da "verhellraisert" wurden, immerhin noch ziemlich klar dem Bereich des Erwachsenen-Horrors zuzuschlagen waren und Pinhead & Co nicht so gänzlich als störende Fremdkörper innerhalb der Storylines gewirkt haben, so war die Vorlage von "Hellworld" ursprünglich bestimmt mal als saublöder Teenie-Slasher angedacht, der da im Zuge von "Scream - Schrei!", "Düstere Legenden" etc. schnell in die Videotheken geschissen werden sollte! Absolut alles wirkt hier auf eine jugendliche Zielgruppe hin zugeschnitten, von den Protagonisten im entsprechenden Alter über das Webgame-Gedöns aus dem damaligen "Neuland" Internet, der musikalischen Untermalung mit Bratzgitarren-lastigem Goth- und Industral-Rock bis hin zu dem mit knappen Torture-Porn-Anleihen à la "Saw" und "Hostel" gepimpten Body-Count. So ist die Chose unterm Strich nur weil hier Pinhead auf dem Cover prangt (und das Ganze aufgrund seiner wieder mal geringen Screen-Time fast schon wie die reinste Mogelpackung erscheinen lässt) sicherlich nicht besser, als die Vorbilder, die sie so verzweifelt zu kopieren versucht, sondern verbreitet da eigentlich nur billigen B-Movie-Mief aus der Genre-Mülltonne. Ach ja, selbst unter den Gesichtspunkten eines Teenie-Slashers taugt das alles kein Stück weit, denn die verwurstete Meta-Masche ist absolut hirnrissig und die Auflösung eine der blödesten überhaupt... und wird da nur noch von von einem finalen Twist "überboten", bei dem die Macher sich vermutlich kurz vor Schluss nochmal darauf besonnen haben, dass das hier ja wohl ein "richtiger" "Hellraiser"-Streifen werden sollte. Too little, too late! Bemerkenswert ist dieser Mist heutzutage dann auch nur noch wegen seiner Besetzung: Hauptdarstellerin Katheryn Winnik hat es da im Anschluss dank der TV-Serie "Vikings" nämlich zu einer gewissen und ein sehr junger Henry Cavill natürlich sogar zu erheblicher Bekanntheit gebracht, während Genre-Veteran und -Fave Lance Henriksen den Krempel in einer Nebenrolle wie üblich alleine durch seine Anwesenheit doch ein wenig aufwertet. Doug Bradley hat hier übrigens seinen letztem Auftritt als Pinhead und wohl gerade noch rechtzeitig den Absprung geschafft, denn die beiden nachfolgenden "Hellraiser"-Sequels sind tatsächlich NOCH schlechter als "Hellworld", ey...!

3/10

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