Review

Sowas kommt davon, wenn man den Covertext nur überfliegt und ein simpler Verweis auf "Oldboy" blindlings den Videotheken-Ausweis zücken lässt - plötzlich ist man beim Ansehen die meiste Zeit damit beschäftigt, was man sich da überhaupt gerade ansieht...
"Some" ist im Grunde ein normaler Cop-Krimi um Drogen, mysteriösen Beweismitteln, rivalisierenden Gangs und dem üblichen draufgängerischen Beamten, der in diesem Fall eine unbescholtene Radio-Sprecherin beschützen muss, die zufällig an einen MP3-Player mit wichtigen Informationen gelangt, der sie ins Visier diverser Krimineller rückt.
Das wird auch alles recht ordentlich inszeniert! Es gibt spektakuläre Verfolgungsjagden, bei denen sich die CGI-Leute mächtig von "Bad Boys II" inspirieren liessen und wenn's mal zu Fuss weiter geht bekommt man eine tolle Kostprobe, wie unglaublich treibend ein "Massive Attack"-Stück für Actionen-Szenen sein kann - das noch keiner zuvor die Idee hatte... In diesen Momenten läuft der Film auf Hochtouren, fällt dann allerdings immer wieder steil ab in irritierende Mysterie-Regionen, denn die Hauptdarstellerin hat den ablaufenden Tag scheinbar bereits einmal erlebt und plagt sich daher ständig mit Visionen herum, auf deren Reaktionen die Ermittlungsarbeit weitreichende Einflüsse haben.
Ein durchaus interessanter Aspekt, der aber in keinster Weise vertieft wird und als so normal ausgelegt wird, dass man sich während der gesamten Laufzeit auf irgendeinen Plot-Twist o.ä. konzentriert, der aber nicht passiert. Das nimmt "Some" einiges an seiner Konzentration und wirkt unnötig aufgebauscht, um der Hauptdarstellerin mehr Funktion zu verleihen, was dann doch nur ins Leere verläuft...

Es bleibt aber ein interessanter Film mit markanten Höhen und Tiefen! In der Machart überraschend westlich angelegt und mit einem schönen Soundtrack versehen ist Jang Yun-hyeons Films definitiv ein Highlight in der momentan grassierenden Schwemme von asiatischen Belanglosigkeiten...

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