Mit „Rage and Honor“ landete das bewährte Prügelduo aus Cynthia Rothrock und Richard Norton einen B-Film, der sogar von Columbia Tristar verliehen wurde, doch zum großen Wurf reicht es hier trotzdem nicht.
Dabei legt die Chose gleich recht furios los, um die Hauptcharaktere vorzustellen. Zum einen Kris Fairfield (Cynthia Rothrock), die Polizisten im Kampfsport unterweist, und den australischen Polizisten Preston Michaels (Richard Norton), der momentan beim LAPD mitarbeitet. Beide werden zu Beginn des Films in Kloppereien verstrickt, erledigen ihre Gegner natürlich souverän und sorgen damit direkt zum Auftakt für zünftige Action, um den Genrefan einzustimmen.
Für B-Verhältnisse bringt man die Pfade der beiden sogar recht einfallsreich zusammen: Kris’ Schüler Paris Armstrong (Patrick Malone) will groß rauskommen und verfolgt alles mit der Kamera – auch Preston, als dieser ein paar korrupten Cops nachschnüffelt. Paris kann einen Drogendeal und die Verantwortlichen aufzeichnen, doch man verletzt ihn schwer und hängt Preston einen Mord an. Nur das Videoband kann Paris verstecken.
In seiner Not wendet sich Preston an Kris, da sie die einzige ist, der er vertrauen kann. Gemeinsam suchen sie nach dem verschwundenen Videoband, doch die Bösewichte jagen auch nach dem Beweismittel…
Wirklich originell ist die Chose natürlich nicht, doch immerhin fängt „Rage and Honor“ recht stark an: Einige Außendrehs (auch wenn man an der geringen Anzahl von Statisten erkennt, dass dies hier ein B-Film ist), recht gut ausgestatte Sets (z.B. die Polizeistation) und viel Tempo. Zudem hat man ein paar nette Ideen bei der Backgroundstory gehabt, sodass die genaue Identität des Bösewichts noch eine kleine Überraschung parat hält, und der „How do you like the states so far?“-Running Gag ist ganz nett.
Doch mit zunehmendem Verlauf nimmt „Rage and Honor“ dann qualitativ dann, denn nach einer Weile tritt die Handlung auf der Stelle. Das Videoband wechselt ein paar Mal den Besitzer, aber das interessiert bald nicht mehr und wirkliche Überraschungen oder ein Anziehen des Tempos gegen Ende wären auch wünschenswert gewesen. Besonders schade jedoch der Umstand, dass vor allem die Zahl der Kloppereien gegen Ende etwas dürftig ist; dabei geht es in der ersten Hälfte recht häufig rund.
Ansonsten können sich die Fights jedoch sehen lassen, die Kontrahenten hier sind Könner. Es wird mit netten Moves gefightet, wenngleich die Beteiligten schon spektakulärere Filme gemacht haben und die Inszenierung noch nicht in der B-Oberliga spielt. Doch der Genrefan darf zufrieden sein, wobei die Schnitte der deutschen Fassung recht unverständlich sind, denn auch in ungekürzter Form ist „Rage and Honor“ in keiner Weise wirklich heftig. Die beiden Finalkämpfe könnten zwar etwas herausragender sein, doch ansonsten ist der hier gute B-Action.
Überraschend gut sind hier allerdings die Darstellerleistungen. Cynthia Rothrock und Richard Norton sind sicher keine Oscaranwärter, doch hier harmonieren sie wirklich gut und bringen ihre Rollen überzeugend rüber. Brian Thompson als Fiesling ist eher Standard, aber ganz OK, der Rest der Darsteller fällt kaum auf.
Unterm Strich bleibt ordentliche B-Action, die stark anfängt, aber in der zweiten Hälfte leider nachlässt. Sicher einer der empfehlenswerteren Rothrock-Klopper, doch es gibt noch bessere Filme mit ihr – z.B. die etwas ausgewogenere Fortsetzung „Rage and Honor II“.