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Dem Amateur- bzw. Lowest-Budget-Bereich entstammt das Debüt des britischen Regisseurs Anders Palm, eine Parodie der „Freitag, der 13.“-Slasherreihe namens „Hand of Death Part 25 – Jackson’s Back“ aus dem Jahre 1988. Das „Part 25“ ist natürlich Quatsch und ein satirischer Seitenhieb auf den Fortsetzungswahn erfolgreicher Schlitzerfilme.

Was zunächst wie ein bemüht lustiges Slasherfilmchen mit zwar harten, aber mittelprächtig umgesetzten Spezialeffekten beginnt, entpuppt sich recht bald als aberwitzige Persiflage des Jason-Vorhees-Charakters, der hier Jackson heißt, gerade aus den USA nach England gekommen ist und ebenfalls mit einer Eishockey-Maske sein entstelltes Antlitz verdeckt. Dieser hat während seiner letzten Metzelorgie nämlich die blinde Shelly kennengelernt, die ihn mit ihrem „Blind Date“ verwechselte. Überrascht von ihrer sorglosen, offenherzigen Reaktion auf seine Person lässt er sie am Leben, die beiden verlieben sich ineinander und versuchen, den Alltag gemeinsam zu meistern. Jackson will dafür seine Tätigkeit als Serienkiller einstellen, doch das ist einfacher gesagt als getan…

Wer schon immer einmal mehr über die familiären Hintergründe eines Jasons bzw. Jacksons erfahren und ihn dabei beobachten wollte, wie er englische Literaturklassiker zitiert, sich notgedrungen an S/M-Sexualpraktiken mit seiner Partnerin versucht und ein neues Leben anzufangen versucht, ist hier an der richtigen Adresse. „Hand of Death“ ist gespickt mit absurder Tragi- und Situationskomik und die Hauptdarsteller meistern ihre Sache absolut passabel. Klar ist aber auch, dass letztlich doch alles vergebens ist und so mündet die amüsante, dramaturgisch aber über die eine oder andere Länge stolpernde Romanze mit einem Massaker voll übertriebener Härte, deren blutige Effekte auch dem einen oder anderen parodierten Film gut zu Gesicht gestanden hätten. Doch damit nicht genug – davon ausgehend, dass Jacksons Untaten stets von Hollywood zu Horrorfilmen verwurstet werden, eben jener „Hand of Death“-Reihe, überzeugt der Film mit einer genialen, irgendwie surrealen Schlusspointe.

Fazit: Augenscheinlich kein professioneller Spielfilm, sondern ein Fan-Projekt, das seine Vorbilder augenzwinkernd und charmant parodiert und sich dabei an zur Selbstironie fähige Genrefreunde richtet, die mit einem amtlichen Härtegrad belohnt werden. Auch Fans diverser Troma-Werke dürften hieran ihre Freude haben. Nichtsdestotrotz wurde der gern übersehene Subtext der „Freitag, der 13.“-Filme, in denen sich ein gesellschaftlich Ausgestoßener grausam rächt, auch insofern in diese Persiflage herübergerettet, als eine Frau durch ihre Sehbehinderung in der Lage ist, sich vorurteilsfrei der Hauptfigur zu nähern und Liebenswertes in ihr entdeckt. Prädikat: Pädagogisch wertvoll! (Ähem…)

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