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Ausser dem ähnlichen Aussehen hat Christopher Mitchum (American Hunter) nicht viel von seinem Vater Robert. Seine Schauspielkunst liegt höchstens auf Durchschnittsniveau, seine Filme meist von ideologisch fragwürdiger Natur und als Drehbuchautor treibt er auch sein Umwesen in der Filmwelt. Die stümperhafte Story zu "Triple Cross" entstammt seinem Hirn und es passt wirklich nichts zusammen. Cynthia Rothrock jagt hier alias Nancy Bolan drei Koffern mit brisantem Inhalt hinterher. Doch was heisst hier Drei ? Zwei der Koffer sind nämlich Finten, nur in Einem befindet sich ein seltsamer Computer, der den Behörden sehr viel wert ist. Einen Koffer hat Nancy, die anderen Beiden werden von Geheimagenten geschmuggelt. Trotz wertvoller Fracht werden Nancy und die Agenten dermaßen schlampig bewacht, so dass Auftragskiller Bolt bald alle sein Eigentum nennen kann. Natürlich kann Nancy das nicht zulassen. Mit ihren flinken Fäusten will sie den Computer wiederbeschaffen.

Das ist auch schon Mitchums ganzer Beitrag. Es geht nur um diesen dämlichen Koffer, nebenbei nervt der Gute uns auch noch mit einer Lovestory. Nancy hat natürlich noch einen Macker, den sie erst für tot hielt, doch als Agent ist man nirgendwo sicher und muss nun mal für ein paar Jahre untertauchen, wenn es nötig ist. Zuerst streitet man sich, dann wird gebummst und letztenendes ist er doch ein Verräter.
Ob das noch nicht genug wäre bietet "Triple Cross" massenhaft dämliche Dialoge, die dank der schlechten deutschen Synchro noch bedepperter ausfallen. Cynthia Rothrock, hier mit Pilzfrisur, drehte im selben Jahr mehrere Filme und das merkt man ihrer Motivation auch an. In "Rage and Honor II" oder "Power Cop" war immerhin ansatzweise ein passables Budget dahinter, doch bei diesem indonesischen Klopper, dessen Regisseur den komischen Namen Ackyl Anwari trägt und von dem noch keine Sau etwas gehört hat, musste sichtlich mit jedem Cent gegeizt werden. Die heruntergekommene Kulisse und ein dermaßen unpassender Score sprechen Bände. Ausserdem ist Cynthia, plus unbekannte Kollegen auf unterstem Niveau anzusiedeln.

Selbst bei den Actionszenen kommt einem die Galle hoch. Alle fünf Minuten wird geprügelt, doch die Fights sind lustlos choreographiert und gleichen sich meist. Keine Abwechslungen, kaum ordentliche Moves, nur wenige Gegenstände werden zweckentfremdet. Ausser Cynthia ist hier Niemand verpflichtet worden, der sein Handwerk in Punkto Fights gut versteht. Die Gegner kommen in Massen, warten immer brav bis Cynthia Einen abgefertigt hat, dann kommt erst der Nächste. Die Shootouts bieten ebenfalls keinerlei Schauwerte, auf einige extrem blutige Einschüsse hätte man da auch komplett verzichten können. Die lächerliche Autoverfolgungsjagd will ich hier gar nicht erwähnen.
Übrigens heisst Rothrocks Charakter wieder Nancy Bolan, wie in ihrem vorherigen Film "Angel of Fury". Nicht mal beim Ausdenken der Namen hat sich Mitchum hier Mühe gegeben.

"Triple Cross" ist wirklich unterste Schublade, obwohl oft gekloppt wird, langweilt sich selbst der Actionfan zu Tode. Die Darsteller sind alles andere als motiviert, die Kulissen schäbig, der Score eine Katastrophe. Über Mitchums armselige Story will ich nichts mehr sagen, man muss es sich antun um es zu glauben. Nur wegen ein paar dennoch brauchbaren Actioneinlagen vergebe ich knappe 2 Punkte.

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