Review

„Undefeatable“ ist ein weiterer Rothrock-Klopper nach bekanntem Schema, bei dem allenfalls der Härtegrad noch zu überraschen weiß.
Kristi Jones (Cynthia Rothrock) verdient Knete mit Straßenkloppereien, doch tut dies alles in erster Linie, um ihrer Schwester Karen (Sunny David) das College finanzieren zu können. So darf der Zuschauer bereits nach wenigen Minuten Zeuge des ersten Streetfights werden, der allerdings nur ganz nett ist und von den meisten anderen Kämpfen in dem Film in den Schatten gestellt wird, denn hier gibt es kaum spektakuläre Moves zu sehen.
An der gleichen Uni wie Karen ist auch Jennifer Simmons (Donna Jason) als Psychologin tätig und empfiehlt der jungen Anna (Emille Davazac) sich von ihrem Freund, dem psychopathischen Kampfsportler Stingray (Don Niam) zu trennen. Hier darf dann auch direkt der Bilderbuchpsycho auftreten und beim Kampf seinen Rivalen übelst zusammenknüppeln, aber wirklich bedrohlich wirkt er nicht.

Anna befolgt den Rat schlussendlich, worauf Stingray durchdreht. Er entführt Frauen, die Anna ähnlich sehen, und tötet sie ebenso wie jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Als ihm auch Karen zum Opfer fällt, will Kristi den Täter auf eigene Faust zur Strecke bringen…
Cynthia Rothrocks Filme laufen an sich immer ähnlich gleichförmig ab – wie verschiedene Ziehungen der Lottozahlen. Das ist bei „Undefeatable“ nicht anders, denn aus einer ähnlichen Idee sind ja auch Rothrocks „Tigerkralle“-Streifen gestrickt. Doch Frau Rothrock liefert meist passables Mittelmaß, darunter einige Ausrutscher nach oben oder unten. Der hier ist typisch mittelmäßig, da die Story recht dünn ist und bestenfalls als halbwegs plausible Folie für die zahllosen Kloppereien bezeichnet werden kann. Spannung kommt dabei wenig auf, die Wendungen ahnt man allesamt voraus, aber immerhin gibt es immer tüchtig auf die Fresse ehe dem Zuschauer langweilig wird.
Negativ fällt hier auf, dass „Undefeatable“ teilweise extrem dumm ist. Vor allem der ständig belämmert guckende Psychokiller ist stellenweise hart an der Grenze zur unfreiwilligen Komik und die handelsübliche Erklärung für den Knacks via Ödipus-Komplex ist unoriginell wie nicht was. Auch vom Gewaltpegel vergreift sich „Undefeatable“ stellenweise zu sehr. Nichts gegen eine gesunde Portion Härte, aber die Taten des Killers (vor allem die Misshandlung seiner Freundin in der Küche) sind teilweise zu extrem dargestellt.

Der übertriebene Härtegrad schlägt sich auch in den Fights nieder, neben denen Filme der Marke „Bloodsport“ wie Kindergeburtstage aussehen: Hier werden Augen rausgerissen, Kehlköpfe zerquetscht, Leute mit dem Gesicht auf Haken gespießt usw. Zumindest in der ungekürzten Fassung. Doch die Kampfchoreographie ist dafür wirklich erste Sahne: Es wird mit reichlich spektakulären Moves geprügelt und diverse Ideen in den Fights (z.B. Krallenhandschuhe) sorgen dafür, dass die Action nicht zu einseitig wird, auch wenn sie nur aus Martial Arts besteht.
Darstellerisch sollte man von diesem Film nicht viel erwarten. Cynthia Rothrock spielt mit der Hingabe und dem Talent von abgetragenen Wollsocken, während Totalausfall Don Niam als Killer sich ab und zu lächerlich macht. Die Nebendarsteller darf man immerhin als mäßig bezeichnen.

Trotz temporeichem Simpelplot und exzellenter Kampfchoreographie versandet „Undefeatable“ in der B-Masse, was an der Innovationsarmut und der teilweise argen Dummheit des Films liegt.

Details
Ähnliche Filme