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Schier unglaublich, doch Ho Chi Keung alias Godfrey Ho (Manhattan Chase, Ninja Strike Force) hat weit über achtzig Regiearbeiten auf dem Konto. Doch Trashhasser aufgepasst, besonders seine zahlreichen Ninja-Filme haben es faustdick hinter den Ohren. Den Namen Godfrey Ho verbindet man nicht umsonst mit Entertainment aus der untersten Schublade, also wer seine Filmsucht loswerden will, seine Filmographie ist die passende Medizin. Doch seine Zusammenarbeiten mit Cynthia Rothrock (China O´Brien, Tigerkralle) sind komischerweise recht passabel geworden. War "Honor & Glory" immerhin unterdurchschnittlich, so ist sein "Undefeatable" nochmal ein ordentliches Stück besser, für Ho eine absolute Glanzleistung.

Mit illegalen Kämpfen verdient sich der brutale Stingray (Don Niam) seine Brötchen, doch als ihn Freundin Anna (Emille Davazac) verlässt, brennt bei ihm eine Sicherung durch. Von nun an tötet der Psychopat Frauen, die seiner Anna ähnlich sehen. Unter den Opfern befindet sich auch Karen (Sunny David), die kleine Schwester der Kampfsportlerin Kristi Jones (Cynthia Rothrock). Zusammen mit Det. Nick DiMarco (John Miller) versucht sie den wahnsinnigen Frauenkiller dingfest zu machen. Stingray hat sich bereits sein nächstes Opfer ausgesucht, die Psychologin Jennifer Simmons (Donna Jason), bei der auch Anna in Behandlung war. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Es ist immer das gleiche abgedroschene Schema, in welches auch "Undefeatable" wunderbar passt. Die Story platt wie eine Flunder, stets vorhersehbar, hat hier nur Alibifunktion. Unser Killer hat ein Kindheitstrauma, welches sehr verwaschen bleibt, aber hier als Grund für seine gewalttätigen Ausbrüche herhalten muss. Er beherrscht eine besondere Kampftechnik, was den B-Kenner schnell an den etwas originelleren "Tigerkralle" mit Bolo Yeung erinnert. So hat man hier storytechnisch nicht mehr kreiert, als eine platte und recht spannungsfreie Hatz auf einen Serienkiller. Nicht nur Kristi Jones rückt dabei in den Fokus, sondern auch Nick DiMarco, der sich auch in Kristi verknallen darf. Vor dem üblichen Techtelmechtel verschont uns Ho großzügigerweise und konzentriert sich auf die Actionszenen. Die gibt es in erfreulich hoher Menge zu begutachten, fallen jedoch meist recht kurz aus. Kristi verdient sich mit illegalen Streetfights noch etwas Geld hinzu, schließlich muss sie das Studium ihrer jüngeren Schwester finanzieren. So wird auch DiMarco auf sie aufmerksam, jedoch arbeiten die Beiden erst zusammen, als Karen tot aufgefunden wird. Stingray geht bei den Morden wahrlich nicht zimperlich vor, er tötet die Frauen mit einer speziellen Kampftechnik und reißt ihnen schließlich die Augen heraus. Bei der Entführung entledigt er sich meist noch der Begleiter der Frauen, was auch immer wieder zu brutalen Kampfeinlagen führt.

Die sind größtenteils gut choreographiert, gegen Ende hin sogar spektakulär. Jedoch sollte man sich auf einige Brutalitäten gefasst machen, wie das herausreißen von Augen, übel zugerichtete Leichen, oder den grausamen Tod von Stingray im Finale. Die Vergewaltigung von Anna artet auch ein wenig aus und warum Stingray die Augen seiner Opfer im Aquarium sammelt bleibt ungeklärt. Aber die Fights, in denen unterschiedliche Kampfstile zelebriert werden, können sich wahrlich sehen lassen, dürften aber oft etwas länger sein. Aber der lange Endkampf ist ein wahres Fest. Bei den Kulissen muss man starke Abstriche hinnehmen, eine karge Optik dominiert, man treibt sich meist in irgendwelchen Baracken oder Lagerhallen herum. Eine kleine Überraschung ist der Score, welcher sehr gut mit dem Geschehen harmoniert und auch wirklich gut klingt. Cynthia Rothrock als Schauspielerin zu beurteilen wäre fatal, aber ihre eigentliche Stärke kommt hier ausreichend zur Geltung. genau das Gleiche gilt für John Miller, der in "Honor & Glory" noch den Fiesling mimte. Don Niam (Out for Blood, Bloody Mary Killer) ist nochmal eine Ecke schlechter als Psychokiller, immerhin kann er fighten.

Die Darsteller nebst der Story fallen ziemlich schwach aus, doch unterhaltsam ist "Undefeatable" allemal. Die brutalen Actionszenen zeichnen sich durch eine gute Machart aus, es setzt ordentlich Dresche in regelmäßigen Abständen. Für Godfrey Ho schon eine Meisterleistung, dürfte wohl auch sein bester Film sein.

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