Review

Warum Kevin Hooks nach dem recht hoch budgetierten und qualitativ überzeugenden „Passagier 57“ einen Low Budget Streifen wie „Power Cop“ runterkurbelte, entbehrt jeder Logik – aber er hat’s getan.
Nachdem kurz die Entführung eines pubertierenden Rotzlöffels durch die Gangster gezeigt wird, geht es weiter mit dem Helden. Der gealterte Cop Harris Stone (Stacy Keach) will einen weiblichen Partner, denn diese sind den Statistiken zufolge weniger schießwütig als Männer - und Stone wurde oft angeschossen. Seine Wahl fällt auf Polizeianwärterin Charlotte ’Charlie’ Heller (Cynthia Rothrock): Klein und dann noch bei Infiltration durchgefallen. Besonders originell ist der Anfang nicht, aber immerhin meistert Stacy Keach seine Rolle mit einer gewissen Ironie.
Doch bei ihrem ersten Einsatz, einer Geiselnahme in einem Autosalon, drischt Charlie einige Kidnapper in Grund und Boden. Auch Harris mischt mit, wird angefahren und kann die restlichen Geiselgangster ausschalten. Allerdings werden beide suspendiert, da der Salon zerstört wurde. Harris erfährt von Charlie, dass sie früher Marine war und bei Infiltration durchfiel, weil sie zu hart ran ging. Auch gilt wieder: Nicht besonders originell, aber mit dem richtigen Schuss Ironie.

Um diesen Scheißtag wenigsten gut abzuschließen, will Harris seiner Frau ein Geschenk kaufen und Charlie soll beim Aussuchen helfen. Doch das neue Einkaufszentrum wird von Gangstern besetzt, die prominenten Einweihungsgäste als Geiseln genommen und lediglich Charlie kann sich noch in das Gebäude schleichen, ehe die Gangster es abriegeln...
Ganz klar: Mit der x-ten B-Variante von „Stirb langsam“ ist Kevin Hooks alles andere als ein Meisterwerk gelungen. Cynthia Rothrock ist eh keine gute Schauspielerin und den Ersatz-McClane kauft man ihr kaum ab. Lediglich Stacy Keach als überalterter Cop bringt dann den Schuss Ironie in den Film, der „Power Cop“ auf die Stufe „unterer Durchschnitt“ erhebt.
Da „Power Cop“ gerade mal 75 Minuten dauert, ist die Story dementsprechend minimal. Rothrock und in geringerem Maße Keach kämpfen von innen und außen gegen die Kidnapper – bis alle Bösewichte tot sind. Die Story ist dabei so unspannend und wie unoriginell und verbindet lediglich die Actionszenen.

Die Action bietet einige Schießereien und Kloppereien auf B-Niveau. Die Schießereien sind dabei etwas billig gemacht und bieten wenig neues. Aber die Prügeleien sind nett anzusehen, was an den Fähigkeiten von Frau Rothrock im Kampfsportbereich liegt. Zwar kommt auch hier nicht mehr raus als Augenfutter für den Genrefan, aber immerhin.
Schauspielerisch vergisst man den Film besser schnell. Weder Cynthia Rothrock noch die meisten anderen Darsteller bringen brauchbare Performances. Lediglich Stacy Keach in seiner ironischen Rolle und „Terminator“-Nebendarsteller Paul Winfield können überzeugen.

„Power Cop“ kann man sich getrost schenken; lediglich die Kampfszenen und der Schuss Humor können hier noch etwas retten.

Details
Ähnliche Filme