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In der 80er Jahren und den frühen 90ern wurde Cynthia Rothrock als fast reine Kung-Fu-Kämpferin in Martial-Arts-Filmen aus HK und USA bekannt. Kriminalistische Ermittlungen rudimentär, Komödienanteil minimal bis gar nicht. Abenteuerfaktor nur in zwei Filmen (Magic Crystal und Prince of the Sun). Erotik? Nein. Cynthia immer streng zugeknöpft und ernst als die lupenreine Kämpferin ohne billiges Sex-Image.
Das war bei Maria Ford genau umgekehrt, die immer die heißen Nacktrollen belegte, aber dann 1994 plötzlich mit "Angel of Destruction" einen kernigen Karatefilm ablieferte, der freilich auch in die Mischung >Kampfsport nackt< gehörte (wie "Naked Fist" 1981 und "Angelfist" 1993).
Sowas schien bei Cynthia Rothrock unmöglich. Ihre Filme wie "Martial Law 1/2", "China O'Brian 1/2", "Tigerkralle 1-3", "Lady Dragon", "Fight to Win", "Born to Fight", "Rage and Honor" waren alle auf "Honor & Glory" aus, also auf sogenannten ehrenvollen Kampfsport, bei dem der alteingesessene Actionfan sich beruhigt zurücklegen konnte und sagen: Das ist Action vom alten Schlag. Keine störende Nacktheit, kein Humor, kein Bluthorror.

Dann kam die Mitte der 90er Jahre und Vieles veränderte sich. Actionfilme wurden kleiner, bekamen weniger Geld in die Hand. Stars wie Seagal, van Damme und Lundgren hatten allen Hände voll zu tun, oben zu bleiben. Kleinere Actionstars wurden immer weniger beachtet.
Erotische Krimis feierten Welterfolge: "Basic Instinct", "Enthüllung", "Body of Evidence", und einige mehr.

Da war die Überlegung nahe, die in Problemen befindlichen Actionstars mal auf einen erotisch angehauchten Thriller springen zu lassen.

Cynthia Rothrock wurde auserwählt für "Female Justice" (aka "Sworn Justice") und durfte mit einer erstaunlichen Menge Stars aus der mittleren Gehaltsklasse, aber mit realtiv hohem Bekanntheitsgrad diesen Thriller mit Krimispannung, Actionfilm der amerikanischsten Bauart und leichtem Erotiktouch spielen. Kurt McKinney (aus Karate Tiger 1), Mako, Brad Ddourif, Walter Koenig (Enterprise), Tony LoBianco sind vielen Zuscheuern bestens aus zahlreichen Filmen bekannt und nicht immer nur B-Picutres.

Karate-Film-Veteran Vince Murdocco ist auch dabei.

Herausgekommen ist einer von Cynthias spannendsten und vielseitigsten Filmen. Das Thriller-Image funktioniert voll. Die Darsteller sind sehr gut in ihren Rollen. Die Action passt top, was die geringste Überraschung daran sein dürfte. Aber überraschend ist halt die gute Cynthia diesmal nackt und ihn heißen (angedeuteten) Liebenszenen zu sehen. Ansehnlicher Körper, top fit, und es ist wirklich sehr sexy eine Dame, die man nur zugeknöpft und kämpferisch-hart kannte, plötzlich so intim und scharf zu sehen.

Manche ihrer Fans lehnen den Film ab, weil sie generell gegen Nacktheit sind und immer ihr Old-School-Action-Zeug haben wollen. Anderer feiern den Film als ihren besten.


Sagen wir mal so: Wer sich schon immer mit ununterbrochenen Tritt-und-Schlag-Filmen schwer getan hat, weil Daueraction nicht jedermanns Sache ist, der ist mit diesem Film hier besser bedient, denn er hat mehr Thriller, mehr Dialoge, mehr Story, mehr Atmosphäre und Reiz.

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