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Sally Field, Ed Harris und Kiefer Sutherland in einem Selbstjustiz-Thriller? Wer denkt, dass das nicht schief gehen kann, irrt sich leider gewaltig, denn was Regisseur John Schlesinger hier abliefert, ist biederste TV-Unterhaltung.
So kriecht die Story ohne große Höhepunkte langweilig vor sich hin, gibt es Logiklöcher (wie kommt Ed Harris gegen Ende des Films so schnell zu seinem Haus zurück, obwohl er zu seinen Urlaubsort den ganzen Tag fahren musst? Warum unternimmt das FBI nicht schon eher etwas?...) und werden Nebenhandlungen zwar begonnen, aber nicht abgeschlossen (Wenn man schon eine Szene zeigt, wo das FBI die Selbstjustiz Gruppe abhört, sollte man wenigstens auch darstellen, was für Konsequenzen das für die Handlung hat).
Auch das Finale gerät viel zu kurz und unspektakulär und verkommt letztendlich zu einem unrealistischen, schleimigen Happy End.
Seltsamerweise können die drei Hauptdarsteller den Film nicht retten, denn ihre Leistung sind eher durchwachsen. Ed Harris als besorgter, verständnisvoller Ehemann spielt zwar ganz solide, ist aber viel zu nett und naiv, als dass man ihm seine Rolle abnehmen kann (Die schlimmste Szene in diesem Zusammenhang: Das Ende, wo er mit Sally Field Händchen haltend auf dem Sofa sitzt). Kiefer Sutherland spielt wieder mal gewohnt souverän den Psychopathen, ist aber in allen Punkten so übertrieben negativ und bösartig, dass er zu einer lächerlichen Klischeefigur verkommt. Ob dass an ihm oder den Drehbuch liegt sei mal dahingestellt, auf alle Fälle gerät seine Rolle dadurch sehr unglaubwürdig.
Den Vogel schießt aber Sally Field ab, der man im Laufe des Films immer mehr die Pest an den Hals wünscht. Sie agiert so hyperaktiv und übertrieben, dass sie statt zur Identifikationsfigur immer mehr zum absoluten Hassobjektes des Zuschauers verkommt. Eine selten schlechte Leistung, die man gerade so einer renommierten Schauspielerin nicht zugetraut hätte...
Wenn der Film dann zu Ende ist und der Killer durch mehrere unglaubwürdige Wendungen in der Handlung endlich seine "gerechte" Strafe gefunden hat, fragt man sich, was die Aussage des Films ist. Irgendwie scheint er sich mit dem Thema "Selbstjustiz" gar nicht so recht auseinandersetzen zu wollen und biegt das Script einfach so lange hin, bis sie gerechtfertig ist.
Letztendlich ein schwacher Film, den ich leider nicht weiterempfehlen kann.
4/10

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