"Eye for an Eye" ist ein durchschnittlicher Selbstjustiz-Thriller mit guten Darstellern sowie einer halbwegs spannenden Story.
An das Recht kann Karen (Sally Field) nicht mehr glauben: Der Mörder (Kiefer Sutherland) ihrer Tochter entzieht sich mit juristischen Finessen einer Strafe. Als er wieder zuschlägt, greift Karen zur Waffe - um für Gerechtigkeit zu sorgen.
Sowohl Sally Field (Natürlich blond 2) als auch Ed Harris (Im Vorhof der Hölle) spielen ihre Rollen mit dem richtigen Gespür für Gefühl. Den beiden nimmt man ihre Rollen auf Anhieb ab. Kiefer Sutherland (Taking Lives) hatte damals oft die Rolle des Eckelpackets inne. Das mag sich nach seinem Erfolg durch "24" geändert haben, doch Sutherland spielt den Psychopathen mehr als fies und kommt so auch gut rüber. Man hätte ihm hier nur mehr gute Szenen geben müssen. In einer Nebenrolle schaut dann auch mal Al Pacinos Ex-Frau Beverly D'Angelo (American History X) rein.
Regisseur John Schlesinger (Ein Freund zum Verlieben) erzählt die Geschichte teilweise packend und mit einem gewissen Grad an Spannung. Zwar hat der Film in der Mitte ein paar kurze Hänger, doch darüber kann man hinwegsehen. Die Locations wurden auch überwiegend gut ausgewählt. Im Finale hätte man sicher mehr erwarten können, und auch Karens Vorbereitungen werden nur angedeutet oder kurz gezeigt. Manche Sachen im Film mögen zwar fragwürdig sein, aber man sollte sich dennoch keine allzu großen Gedanken darüber machen.
Der Film ist zwar an sich kein besonderer Streifen, doch wenn man auf Spannung und etwas Selbstjustiz steht, dann kann man sich ihn unbesorgt anschauen.