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Sally „Charles Bronson“ Fields

Bahnhofskinobluff mit Oscarkinobesetzung?! „Eye For An Eye“ ist ein Selbstjustizthriller über eine verzweifelte Mutter, die am Telefon mit anhören muss, wie ihre Tochter missbraucht und ermordet wird, mit ansehen muss, wie der wahrscheinliche Täter wegen einem Verfahrensfehlers freigesprochen wird und die dann selbst zur Waffe und Rache greift…

Sally „Selbstjustiz“ Fields

Mit mehr bekannten Gesichtern als auf deiner nächsten Familienfeier, mit mehr Wut im Bauch als Bronson in „Death Wish“, kommt hier der Zorn einer Mutter ungefiltert durch. Sally Fields kann sowohl zielstrebig und erbarmungslos als auch verletzlich und sensibel. Sie ist eine der unterschätztesten Schauspielerinnen der letzten Jahrzehnte, ohne Frage, und ich sehe sie weitaus lieber als größere Namen a la Meryl Streep. Sie hält diesen tonal ziemlich wirren Krimi zusammen und über Wasser. Ein B-Movie mit A-Cast. Die Vergewaltigung zu Beginn ist nicht ohne, gerade wenn man Kinder hat. Neben Fields brillieren noch etliche weitere Stars. Es ist und bleibt ein „Was würdest du tun?“-Thema mit Diskussionsstoff und Sprengwirkung. Sutherland kann „fieses Arschloch“ aus dem Effeff. Die 90er sind porentief spürbar, doch thematisch und genreartig wirkt er zugleich auch zehn bis fünfzehn Jahre zu spät. Ein sehr stranger Cocktail. Der aber gerade dadurch an Sehenswürdigkeit massiv gewinnt. Selbst wenn sowohl Bahnhofskinofans sowie Oscardramagucker enttäuscht werden könnten, da „Eye For An Eye“ immer a la JCVD im Spagat zwischen den Stühlen sitzt, beide Extreme nie ganz durchzieht. 

Fazit: bizarr gut besetzter und eigentlich recht exploitativer, moralisch ambivalenter Rape&Revenger über eine Mutter, die den Missbrauch und Mord an ihrer Tochter rächt - Sally Fields sieht rot! 

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