Ein weiterer "Alex Cross"-Roman schaffte es auf die Leinwand!
Diesmal basiert der Film auf James Pattersons "Morgen, Kinder, wirds was geben".
Detective Alex Cross setzt sich nach dem Tod seiner Kollegin, für den er sich die Schuld gibt, zur Ruhe und möchte auch nichts mehr mit der Polizeiarbeit zu tun haben.
Doch ein Mann schafft es sein berufliches Interesse wieder zu erwecken. Gary Soneji entführt die Tochter eines Senators und zieht Alex Cross in seinen mörderischen Plan mit hinein.
Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt, welches im Laufe der Zeit viele überraschende Wendungen nimmt. So findet Alex Cross heraus, das Soneji es eigentlich auf das Kind des russischen Präsidenten abgesehen hat.
Insgesamt hat Lee Tamahori einen guten und recht unterhaltsamen Thriller geschaffen, jetzt kommt jedoch das ganz grosse "aber"!
Der Film bleibt bei weitem hinter dem Buch "Morgen, Kinder, wirds was geben" zurück. Der Film kommt an die Tiefe des Buches einfach nicht heran und die Story ist vom Buch nochweiter entfernt als es schon bei "...denn zum küssen sind sie da" war. Hätte man versucht so nah wie möglich am Buch zu bleiben, dann hätte man wohl einen Meilenstein in der Filmgeschichte geschaffen. Doch im Film verkommt Gary Soneji vom absolutem kriminellen Superhirn zu einem cleveren Durchschnittsverbrecher. Alex Cross härtester Gegenspieler, wie er es selbst sagte, überlebt die eigentliche Geschichte und ist immer der König in dem mörderischen Schachspiel und kehrt sogar in einem weiteren Roman wieder zurück, jedoch im Film findet er eher beiläufig den Tod.
Was ich auch als enormen Nachteil im Film ansehe ist, dass man Alex Cross als alternden Mann darstellt, es erfolgt nicht einmal mehr ein Querverweis auf seine Familie, welche in den Romanen immer eine überaus wichtige Rolle spielt. Streifte man dieses Thema im ersten Film noch an, so findet Alex Partner John Sampson noch nicht einmal eine eigene Rolle im 2. Film, welcher eigentlich eine wichtige Rolle im Leben des Alex Cross spielt. Warum schaffte man es nicht den tiefgründigen Menschen Alex Cross im Film so darzustellen wie in den Büchern? Im Film bedauert er den Tod seiner Partnerin, im Buch trauert er im seine Frau die vor Jahren erschossen wurde.
Dies ist auch der Hauptkritikpunkt! Warum hat man zu einer erstklassigen Romanvorlage ein zweitklassiges Drehbuch geschrieben? Von Besetzungsfehlern ganz zu schweigen...
War es noch ein jung wirkender Alex Cross in "...denn zum Küssen sind sie da" so hat man einen frühpensionierten Dr. Cross in "Im Netz der Spinne", wobei man beachten sollte, dass zwischen den beiden Büchern storymäßig ein Abstand von vielleicht 1-2 Jahren liegt.
Ich würde mir wünschen das man einen weiteren Alex Cross Roman verfilmt, jedoch mit dem Versuch so nah wie möglich an dem Roman zu bleiben.
Als Idealbesetzung wäre ein Delroy Lindo für die Rolle des John Sampson, jeder der die Bücher kennt wird mir sicherlich zustimmen. Für die Rolle des Alex Cross könnte man einen älter wirkenden Will Smith nehmen, denn in nahezu jedem Roman wird auf die Ähnlichkeit zwischen Alex Cross und dem jungen Muhammed Ali hingewiesen.;)
Nur weiß ich nicht ob er in der Lage wäre die charakterstarke und tiefgründige Figur des Alex Cross darzustellen.
Aber wie bereits erwähnt, ist der Film "Im Netz der Spinne" ein doch recht guter Film, wenn man ihn ungeachtet der Romanvorlage betrachtet. Meinen Kritikpunkten werden sicherlich alle die die Patterson Vorlage kennen zustimmen. Denn durch die Romanvorlage hatte man wirklich die Chance einen Topfilm zu erschaffen, der es garantiert zu einer Oscarnominierung gebracht hätte.
Ich kann nur einem jedem der den Film gesehen hat empfehlen das original Buch "Morgen, Kinder, wirds was geben" zu lesen (bitte nicht mit dem Buch zum Film verwechseln!) und denen die beides nicht kennen, sollten erst den Film und dann das Buch lesen, denn ansonsten wäre die Enttäuschung zu gross!
Aber jeder der den Film mochte, wird das Buch lieben!