Wer „Womb Raider“ konsumiert, wird in den wenigsten Fällen Unterhaltung von bleibendem Wert erwarten. Es kann aber reizvoll sein, mal zu sehen, wie ein Film wird, der die unzweifelhaft vorhandene erotische Komponente von Lara Croft ausweitet. Dümmer als die Idee in dem Original, Lara in einem T-Shirt durch polare Gefilde laufen zu lassen, um die Vorzüge der Darstellerin besser zu Geltung zu bringen, kann „Womb Raider“ doch wohl nicht eingefädelt sein.
Doch!
„Womb Raider“ ist ein unmotivierter Mist, der eine lächerliche Schatzsuche an drei (angeblich) exotischen Orten zum Anlass nimmt, die schwer silikonhaltige, dafür nicht ganz so frische Hauptdarstellerin (bitte nicht im Sinne von „Schauspielerin“ missverstehen – die Frau kann nichts, wird aber am häufigsten abgelichtet) sich ausziehen zu lassen und von einem lesbischen Abenteuer ins nächste zu gelangen. Nun ist es so, dass sich der eine und andere Zuschauer denkt, dass würde doch gar nicht so schlecht klingen. Tut es vielleicht nicht, ist es aber.
Dem Film fehlt jegliches Gespür für Stimmungen und Situationen. Wer bitte will professioneller Abenteurer sein und zieht sich in der Wüste aus, weil die Sonne so brennt? Ich hätte es noch lustig gefunden, wäre Silicon Hills hinterher schweinchenrosa und hätte den Sonnenbrand ihres Lebens...
Es gibt schon schäbige Sex-Filmchen, die durch die Auswahl der exotischen Drehorte ein wenig Beachtung verdient haben. Bei den einschlägigen Emanuellauswalzungen will ich diesen Umstand dem Genre zu Gute halten. Aber hier sieht Afrika aus wie der lokale botanische Garten, ohne allerdings eine Drehgenehmigung für das Palmenhaus erhalten zu haben. Auch die zu sammelnden Artefakte sind wohl eher stilvolle Verpackungen aus dem Asia-Shop oder Souvenirplunder aus Fernost, die keine motivierte Jagd glaubwürdig erscheinen lassen und am Ende ihren Platz im Aquarium zu Recht finden (Mit diesem „Spoiler“ habe ich die Tatsache, den Film durch gestanden zu haben, und damit meine Leidensfähigkeit bewiesen).
Erwähnen wir noch kurz die anderen Mimen. Niemand zeigt auch nur einen Funken Talent. Die männlichen Rollen sind mit Nerds besetzt, um a) die Hauptdarstellerin smarter aussehen zu lassen und b) einen triftigen Grund für die ausschließlich homoerotischen Verhältnisse zu liefern. Ihre Gespielinnen sind austauschbar und unterscheiden sich nur in dem Grad der Aufblasung. Das gesamte Casting ist schlicht ein übler Witz.
Wobei Witz das gewesen wäre, was den Film aus meiner Sicht hätte retten können. Wenn man schon Mist abkurbelt, kann man das doch wenigstens mit einem Augenzwinkern tun. Aber Randolf Scott hat sein Werk wohl ernst genommen. Dann kann er sich auch ernsthaft über einen Punkt freuen.
Hier gilt wirklich „Finger weg“!