Die asiatische Mysterywelle scheint und scheint nicht abreißen zu wollen. Wie schon damals zu Zeiten der Schlitzerfilme, überrennt nun heutzutage ein Asia-Mystery-Streifen nach dem Anderen den Markt. Doch wunderlicherweise schaffen es trotzdem die meisten dieser Filme, dem nimmersatten Publikum einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken zu jagen. Doch alles hat irgendwann mal ein Ende und so kann der neuste Schocker aus Thailand, "Soul", wohl nur noch blutige Anfänger schocken. Für alle Anderen ist es nur ein Beitrag unter vielen.
Ähnlich wie bei "Bangkok Haunted" ist auch "Soul" ein Episoden-Streifen geworden, der vier unterschiedliche kleinere Geschichten vorzuweisen hat, die von einer Grundstory gehalten werden. Wie so oft geht es um ein paar böse Geister, die den Menschen Angst und Schrecken einjagen. Dabei sind es dieses mal vier unterschiedliche Geistertypen, von denen die Geschichten erzählen. Zusammen passen die Geschichten ganz gut, aber wirklich schocken können sie nicht.
Und das liegt eben wirklich daran, dass man als geneigter Fan dieser Welle schon alles irgendwie, irgendwo mal gesehen hat. Neuigkeiten sucht man eigentlich vergebens, maximal den sexuell ausgerichteten Geist in der zweiten Geschichte mag man etwas Innovatives abverlangen können. Ansonsten ist alles wie gehabt.
Natürlich wird dabei auch auf die überall bekannte Art und Weise der Inszenierung gesetzt, die ihre Wirkung aber durch den Bekanntheitsgrad nicht vollkommen ausspielen kann, obwohl sie eigentlich nicht kritisierbar ist. Denn in Punkto Sound- und Geistereffekte hat man sich einige Mühe gemacht, um sie möglichst gruselig zu präsentieren. Dazu kommen noch die richtigen, schönschaurigen Kulissen und eine annehmbare Ausstattung. Wer das alles noch nicht kennt, wird sich wahrlich gruseln.
Einen Punkt gibt es allerdings, der nicht so ganz 08/15 ist, wie der Rest. Und zwar was den Bezug zwischen der Hauptstory und den Episoden betrifft. Während bei den meisten anderen Filmen die Hauptstory nicht mehr als ein Aufhänger für die kleineren Geschichten ist, so vermischt sich hier beides so, dass ein direkter Bezug zwischen Haupt- und Nebensache besteht. Bei der vierten Geschichte wird plötzlich aus der Fiktion der erzählten Geschichten Realität und das klappt ziemlich gut. Zudem hat man dem ganzen Treiben noch ein hervorragendes Ende gegönnt, was dann selbst eingefleischten Alleskennern gefallen dürfte. Warum ist das nicht von Anfang an so?
Darstellermäßig darf man leider nicht allzu viel erwarten, da die meisten Schauspieler hier nicht sonderlich gut agieren. Viel zu gestelzt und meist mit dem Hang zur Übertreibung ausgestattet, kann leider kaum einer der thailändischen Stars hier überzeugen. Schade!
Fazit: 100% solider 08/15-Mysterystreifen aus Thailand, der zwar durch seine gute Inszenierung und dem üblichen Geistergrusel-Allerlei bei Anfängern für einen kalten Schauer nach dem anderen sorgen kann und dabei auch mit einer guten Atmosphäre aufwartet, aber bei eingefleischten Fans des Genres kaum Wirkung zeigt. Bis auf die Vermischung von Haupt- und Nebenstory, hat man alles irgendwie schon so oft gesehen, als das man hier wirklich überrascht oder geschockt werden kann. Anfänger dürften zufrieden sein, alle Anderen können aber getrost darauf verzichten, ohne etwas Sonderliches zu verpassen!
Wertung: 5/10 Punkte