Review

Na das ist doch mal etwas. Ein Jahr nach „Capital Punishment“ zeichnet sich der Aufwärtstrend in Gary Daniels Filmografie ab. „American Streetfighter“ ist zwar immer noch ein unterfinanzierter Billigklopper, aber zumindest ist er vernünftig inszeniert und hat eine akzeptable Story zu bieten.

Diesmal verschlägt es Gary Daniels als den nach einer Jugendsünde ausgebüchsten Jake Tanner (für den Haarlook gibt es den Thomas Gottschalk-Gedächtnispreis), der in fernen Lande das finanzielle Glück erfuhr, wieder nach Hause zurück, weil der kleine Bruder Randy (Ex-Kickboxchampion Ian Jacklin), ebenfalls ein talentierter Haudrauf, sich in illegalen Untergrundkämpfen verdingt und dabei unter die Fittiche des unkoscheren Promoters Ogawa (Gerald Okamura, einer der ehrwürdigen Vampire in „Blade“) gerät. Das muss Jake auf Bitten der Mama unterbinden und kehrt deshalb nach zehn Jahren wieder in heimische Gefilde zurück.

Wir haben eine bessere Story, eine bedeutend bessere Inszenierung (trotzdem immer noch alles Billiglook) und dafür nicht mehr ganz so präsente Actioneinlagen. Zwar ringt das Skript dank seines einfallslosen Plots dem Zuschauer nur ein müdes Lächeln ab, doch nach „Capital Punishment“ sind diese Steigerungen schon fast ein Gütesiegel. Sogar Geld für einen Autostunt war vorhanden.

Da der Film viel zu kurz wäre, wenn Jake sein Brüderlein einfach aus dem Kontrakt freikaufen würde und der auch gar nicht gewillt ist sein Ansehen als Undergroundfighter aufzugeben, kriegt Jake, verweichlicht wie er nach all den Jahren ist, erst mal gewaltig eins vors Fressbrett und flüchtet schwer verletzt aus einer eigenartigen Klinik. Wir ahnen das Motiv schon... Ogawa hat noch mehr Dreck am Stecken.

Die Genesung erfolgt nach bewährtem Rezept, seine Jugendliebe ist ihm auch sehr zugetan und der Sohnemann hilft beim schmerzhaften Aufpäppeln und der körperlichen Wiederherstellung des Status Quo. Angesichts Daniels Biegealgorithmen könnte bisweilen auch Ballerina Jean-Claude Van Damme neidisch werden.

Bevor es zum finalen Kampf gegen Ogawa kommt, muss erst ein Großteil der Schergen aus dem Weg geräumt werden. Die Kämpfe, von Daniels selbst choreografiert, sind zwar nicht so häufig wie in „Capital Punishment“ sehen dafür aber viel besser aus. Daniels darf hier zwischendurch mal sehr spektakulär in der Luft herumkicken und auch beim Schwertkampf ist zumindest Talent bei ihm absehbar.


Fazit:
„American Streetfighter“ ist immer noch eine Lowlow-Budgetproduktion – doch längst nicht so amateurhaft inszeniert. Der Alibiplot ist akzeptabel, das Schauspiel dem niedrigen Niveau entsprechend. Bleibt die Erkenntnis, dass in finanzschwachen Filmen die Guten auch mal ganz politisch unkorrekt, eiskalt und sadistisch die Bösen umbringen und Daniels sich für seine damalige Frisur schämen sollte.

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