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36 - Tödliche Rivalen


Zwei Hartgesottene Cops bekommen den Auftrag eine Bande, die auf Überfälle von Geldtransportern spezialisiert ist, endlich dingfest zu machen. Leo Vrinks (Daniel Auteuil), der eigentlich für den Fall verantwortlich war, lief langsam die Zeit davon. Er bekommt Druck von ganz oben endlich die Gangster zu fassen. Als erschwerende Motivation kommt noch hinzu, dass er in Denis Klein (Gérard Depardieu), seinem ehemals besten Freund, einen Widersacher hat, der den Ruhm des Erfolges für sich verbuchen will, um sich damit Vorteile bei der Beförderung zum Polizeipräsidenten zu verschaffen. Bei den Ermittlungen werden schnell die Gesetze gebeugt und beide kommen den Verbrechern auf die Spur, doch eine losgetretene Lawine aus falscher Moral, Korruption und Machtverteilung soll zum Verhängnis werden. Wer wo warum die Früchte der Arbeit genießen darf, kann als Scheitelpunkt ihres Lebens gesehen werden. Denn nichts bleibt wie es war!
Die „36“ im Titel steht für das zuständige Revier in Paris, dem beide unterstellt sind.

Regisseur und Drehbuchautor Olivier Marchal war selbst einmal Polizist, hat dann aber wegen Korruption am Arbeitsplatz und anderen Unstimmigkeiten den Polizistenjob an den Nagel gehängt. Er ist also ein Mann vom Fach und konnte dahingehend viele reale Situationen einbauen. Dies sorgt vor allem für eines - nämlich Authentizität.

Hier bekommt es der Zuschauer mit einem echt starken Polizeithriller zu tun. Düstere Atmosphäre, gelungenes Drehbuch, intensive Situationen, brachiale Action fernab vom Blockbuster-Overkill und brillante Darsteller sind die Formel für französisches Kino par excellence. Also mich hat der Film wirklich gepackt und erst am Ende wieder losgelassen. Der geile Score ist mal melancholisch, mal treibend, genau wie die gut gezeichneten Charaktere. Vor allem Depardieu ist ein Wucht, verkörpert er doch den karrieregeilen Cop als Misanthropen und einsamen Menschen fernab von Klischees. Dafür muss man ihn lieben. Seinen Charakter jedoch können die Sympathien mit fortschreitender Laufzeit nur verloren gehen. Zu viele Leichen verbirgt er im Keller und zu egoistisch ist sein Anliegen. Grundsätzlich ist er ein Polizist, doch um einer mit Erfolg zu sein, muss er Grenzen überschreiten. Dies macht er ohne Kompromisse und dies ist der größte Unterschied zu Vrinks. Er beschreitet einen ähnlichen Weg, befolgt dabei aber ungeschrieben Gesetze wie sie unter Polizisten zu existieren scheinen. Zum Erfolg führt dies nur bedingt. Die Konfrontationen sind unausweichlich und sorgen für Gänsehautmomente.

Die Plotentwicklung hält auch so manchen Twist bereit und kann dabei auch mal böse überraschen. Alles läuft auf einen düsteren Showdown hinaus und viele involvierte Protagonisten sterben. Der Film erstrahlt in blauen Tönen und versprüht einfach nur Kälte, dass ist natürlich für die drückende Atmosphäre perfekt. Die Action nimmt zwar eher den kleineren Teil der Laufzeit ein, doch kann sie dann voll überzeugen. Nicht auf edle und bombastische Explosionen konzipiert, bleibt diese immer realistisch.

Fazit: Erstklassige Milieustudie, mit Stars in Topform und einer formidablen Unsetzung des Stoffes. Nicht als reisrassiges Actionbrett angelegt und deshalb auch nicht unbedingt für Freunde diese Genres uneingeschränkt zu empfehlen. Bitte mehr davon.

8 von 10

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