Reichlich unausgegorenes und oftmals über alle Maßen des Erträglichen hinaus schmalzig-schnulziges HK-Actionfilmchen mit integrierter "Romanze".
Eines sei gleich vorweggenommen: Wer zeitlose Actionklassiker wie jene von John Woo, als er noch in Hong Kong gearbeitet hat, und ähnliche favorisiert, dem sei von diesem Beinahe-Totalausfall gleich abgeraten. Auch wenn der Großmeister hier oftmals "zitiert" bzw. richtigerweise formuliert: kopiert wird (ob nun in Dialogen, Locations oder ganzen Szenenabläufen, die Regisseur dieses Streifen hat sich "The Killer" und "Hard Boiled" offenkundig schon einige Male mehr angeschaut...), wissen alleine schon diese Stilmittel nicht zu gefallen - obgleich sie beinahe noch das Beste am Film sind.
Die coole Killerin, der Cop, der sich in sie verliebt, obwohl er sie zur Strecke bringen sollte, die Meute, die hinter beiden her ist und zur Solidarität zwingt - alles schon 100.000mal gesehen, und davon wenigstens 96.000mal weitaus besser.
So reißt einen die erste Actionsequenz als Einleitung für die Thematik und Einführung des Cops und der Killerin gleichermaßen schonmal rein gar überhaupt nicht vom Hocker. Blut- und innovationsarmes "Hin-und-Her-Pengpeng" auf Sparflamme - als HK-Movie-Fan kommt einem da nur das große Gähnen, und diejenigen, die es nicht sind, wird diese Szenerie NOCH MEHR langweilen.
Dann der Auftritt der Killerin als gutmütige Retterin in der Not (Tarnung?? Egal, für die gute Sache riskiert man schon mal unnötigerweise Job und Leben...), in Zeitlupeneinstellungen gehalten und teilweise mit dämlichsten Soundeffekten unterlegt ( Sprünge über Hindernisse oder von Dächern: UUUUhhhhuuuuuuhhhUUUU!!!) - auch eher lachhaft als schmackhaft.
Nachdem man die ersten 10 bis 15 Minuten dann überstanden hat, beginnt die eigentliche Tortur erst noch: In äußerst schwachsinnigen Szenen gibt sich die Killerin etwa mit einem potentiellen Mordopfer erstmal minutenlang lazessiven und ausschweifenden Pseudo-Sexspielchen hin, bevor sie ihn schließlich vermurkst (reichlich unspektakulär, nebenher erwähnt).
Währenddessen trauert der Cop in NOCH LÄNGEREN Szenenabläufen seiner Frau und Tochter hinterher, die ihn verlassen haben (wie originell...). Rückblenden, die glückliches Zusammensein zeigen, Fotos angucken, entsprechende depressive Musik - und es will und will kein Ende nehmen...
Weiter will ich auf den Inhalt gar nicht groß eingehen, interessieren tut das alles ohnehin keine Sau. Überaus belanglos plätschert die (vermeintliche) Story nur so dahin, mehr als dreimal ist man versucht, die Vorspultaste zu malträtieren.
Augenscheinlich ist das Ganze hübsch-langweilig in Szene gesetzt, groß zu meckern gibt es dabei allerdings auch nicht. Geht im HK-Einheitsbrei ohne Probleme unter.
Die komplette musikalische Untermalung ist hingegen schon wieder schlichtweg ein schlechter Witz. Während in den spärlich gesäten Actionszenen eine absolut infantile Technomusik daherklöppelt, wie sie so wohl höchstens vor einem Jahrzehnt noch aus den offenen Fenstern der Autos im Sommer herausgeschallert ist (bei entsprechend ANSPRUCHSLOSEN Geschmäckern, versteht sich...), muss man in "stillen" Momenten nervig-kitschiges Balladenzeugs über sein Gehör ergehen lassen, das zu den jeweiligen Szenen so gut zu passen scheint wie scharfer Senf zu Sacher-Torte.
Eine wirkliche Frechheit sind gar einige Soundeffekte, und man muss sich wirklich fragen, was sich die Tontechniker bei so mancher Vertonung wohl gedacht haben (man höre mal genau hin, wenn die Killerin auf die Backsteine in einer der Wände in ihrer Wohnung schießt, um hinterher durch eben diese Wand zu springen...GROTTIGER GEHTS NIMMER!!!).
Die Darsteller machen ihre Sache soweit halbwegs ordentlich, aber mitreißen tut einen bei weitem auch keiner von denen. Vor allem die weibliche Hauptrolle ist merkwürdig blass und profillos. Zudem nervt sie noch mit relativ dümmlichen Lebensweisheiten ("Die Welt ist schon kompliziert genug - da will ich wenigstens etwas einfaches essen!"). Naja....
Alles in allem sollte man dieses Mach(t)werk lieber umgehen. Dann besser noch mal "Black Cat", "Fox Hunter" oder ähnliches einlegen - das lohnt sich garantiert mehr als 1 1/2 Stunden Zeit für diesen Film zu opfern...