Wenn ein Comic zur Realität wird, kann dabei auch schon mal ein Werwolf in Erscheinung treten. Das ist prinzipiell eine hübsche Idee, man müsste sie nur noch unterhaltsam umsetzen können, was Regisseur John Carl Buechler jedoch fast überhaupt nicht gelingt.
Der Einstieg, mit Jeffrey Combs als besessener Comiczeichner anno 1957, gestaltet sich noch recht atmosphärisch. Monster und weibliches Opfer seiner Entwürfe werden lebendig, während er ihm drohendes Unheil mit einem Feuer vergeblich aufzuhalten versucht.
30 Jahre später befindet sich im selben Gebäude eine Art Kunsthochschule, in der Zentralfigur Whitney den Arbeiten Combs nacheifert. Prompt wird das Monster erneut lebendig und mordet sich durch die wenigen Anwesenden im Gebäude.
Zwischen Intro und etwas wirrem Finale herrscht allerdings pure Langeweile.
Von den Figuren erscheint niemand auch nur ansatzweise sympathisch, selbst Yvonne de Carlo verkorkst mit ihrem knurrigen Auftritt als Chefin der Schule sämtliche Möglichkeiten.
Hauptfigur Whitney erscheint weder interessant, noch markant und was da ein etwa 60-jähriger Pseudo-Detektiv mit literarischen Ambitionen zu suchen hat, leuchtet auch nicht so recht ein.
So wohnt man lange Zeit einem öden Treiben bei, zwischen Gezicke unter Rivalinnen, Annäherung des Love Interests, sowie Anfertigung diverser Zeichnungen.
Als dann die Kreatur endlich in Erscheinung tritt, ist zumindest ein gewisser Trash Faktor gesichert.
Denn die Klumpatsch-Maske des selbigen lädt einfach nur zum Schmunzeln ein, die Gesichtsausdrücke des werwolfähnlichen Typen wirken mehr lieb, als furchterregend.
Recht steif humpelt er schließlich durch die belanglosen Kulissen, grummelt ein wenig und schlägt (zumindest in der gekürzten VHS-Fassung) noch nicht einmal sonderlich blutig zu. Lediglich eine etwas deutlichere Enthauptung durch Krallenhand ist auszumachen, während einige Fressszenen erneut ein Schmunzeln hervorrufen, - vor allem, als ein Augapfel im Schlund der Kreatur verschwindet.
Zum Finale will Whitney letztlich die herbei gezauberte Kreatur beseitigen und dazu bietet der Verlauf gleich mehrere Möglichkeiten an. Von Verbrennen der Comics über Verändern der Zeichnungen kaut man beide Wege durch, was die Zahl an unlogischen Gegebenheiten aufs Maximum erhöht. Zwar kommt während der letzten Minuten ein wenig Tempo auf, doch das rettet dieses knochentrockene Filmchen auch nicht mehr.
Schlicht öde und über alle Maßen angestaubt wirken letztlich die knapp 74 Minuten Monster-Horror. Mal abgesehen von einigen Comic Inserts während der Morde und ganz zaghaften Seitenhieben auf das Künstlermetier einfach nur eine in den Sand gesetzte Chance.
3 von 10