Werwölfe wie sie im (Comic-)Buche stehen
„Cellar Dweller“ ist typisch Charles Band-Schmiede, tiefster Videothekenmatsch, den man aus heutiger Sicht gerne etwas verklärt - was mir aber egaler kaum sein könnte! Denn dieses cartoony Ding ist sympathisch wie bolle und erzählt in knapp über einer Stunde (!) von einem Comiczeichner, der durch alte, höllische Hieroglyphen eine seiner monströseren Comiczeichnungen zum Leben erweckt, die auch noch Jahrzehnte später durch die Gemäuer spukt und dort die attraktiven Studentinnen einer Kunstschule anfällt…
Kellerkinderkünstlertinder
„Cellar Dweller“ ist kein guter Film. Das muss ich zugeben. Ein typischer Charles Band-Billigheimer. Und trotzdem liegt er mir irgendwie am Herzen. Da gibt’s viel, viel, viel Schlimmeres, damals wie heute. Sicher, auch viel, viel Besseres. Aber es fällt mir schwer dieses filmische „Kellerkind“ aus den unteren Videothekenregalen vergangener Tage oder gar von den Grabbeltischen dieser Welt niederzumachen. Und deswegen mache ich das gar nicht erst. Trotz all seiner Unzulänglichkeiten, Abkürzungen, Blindgänger. Daher belasse ich es bei: Ich mag Jeffrey Combs, ich mag die Comicskizzen, ich mag die super übersichtliche Laufzeit, ich mag die hübschen Damen, ich mag das latexige Monsterdesign. Ich mag das Gekröse und Geschleime. Und ich mag „Cellar Dweller“. So einfach ist das manchmal. Erwartet aber bitte nicht zu viel. Erwartet am besten gar nichts. Dann kann das ein nett gemeintes und solide gemachtes Betthupferl sein. Mit vielen Abstrichen. Aber man hat immer das Gefühl: Er kann nicht besser, gibt einfach sein „Bestes“.
Fazit: „Cellar Dweller“ ist allerliebster, allertollpatschigster und allerknackigster Videothekenmatsch, bei dem auf ewig Prämisse, Kopfkino oder Poster deutlich besser sein werden als das eigentliche Filmendresultat - und den man trotzdem spielend leicht ins dabei durchgehend frohlockend-pochende Genreherz schließen kann!