Für Frank Torrance waren die letzten Jahre kein Zuckerschlecken. Mit kleineren und größeren kriminellen Machenschaften versuchte er seinen heruntergekommenen Nachtclub vor der drohenden Pleite zu retten. Immer den Tod vor Augen, schuf er sich dabei mehr Feinde als Freunde. Heute Nacht will er sich absetzen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Gegner gemacht. Mit allen Mitteln, brutal und unbarmherzig, versuchen ein besessener Cop, ein psychotischer Auftragskiller, eine eifersüchtige Ehefrau und anderes Gesindel Franks Plan zu vereiteln. Es geht für ihn um Leben oder Tod! Bis jetzt hat er immer Glück gehabt, doch scheint es ihn im entscheidenden Augenblick zu verlassen. Sind seine Eisen-Fäuste hart genug, den letzten Kampf zu gewinnen?
Minimalismus schien bei dieser kleinen australischen Produktion Trumpf gewesen zu sein. Die ganze Story spielt dabi in einer Nacht quasi in Echtzeit und auch fast ausschließlich in dem Nachtclub von Boss Frank, der von der Innenausstattung gesehen sicher zu den langweiligsten des Kontinents gehören dürfte.
Bevor der gute Frank sich am nächsten Morgen mit seiner Holden nach Mexiko absetzen kann, hat er allerdings noch den grandiosen Plan sowohl die Mafia als auch die Triaden um Geld zu betrügen, was in Actionfilmen ja noch selten eine wirklich töfte Idee war. So wird der letzte Abend, dank eigener Schuld, zum Spießrutenlauf, denn auch die korrupten Cops wollen ihren Teil vom Geld abhaben (und der Typ ist eine beinahe 1:1 Kopie des Bullen aus Masters of the Universe). Mit anderen Worten, in die dünne Plotte wird mehr an handelnden Parteien gepackt, als es vielleicht gut tun würde.
Die Geschichte wird dabei auch relativ planlos präsentiert. Einzig Richard Norton, den ich jetzt eher als Sidekick von Cynthia Rothrock kenne, sorgt mit seinen zweifellos vorhandenen Martial Art Aktionen und einem Schuß Humor für eine Konstante in dem ganzen Wirrwarr. Er besitzt sogar das Charisma für eine solche Hauptrolle, ich denke da ist eine solide B-Action Karriere verloren gegangen. Eher verwirrend sind da die anderen Charaktere. Warum ihn sein treuer Behindi Kumpel Harry auf einmal verrät oder welche Funktion dieser Zopfträger eigentlich hat wird nicht so wirklich klar. Es ist zwar schön auch Jane Badler, die man noch als fiese Invasorin aus der V-Serie kennt, wieder zu sehen, aber ich hätte den Drachen eher loswerden wollen an Franks Stelle.
Auch an der Choreographie der Kämpfe hätte man noch ein wenig feilen können. Die Kämpfer sind zwar nicht gerade untalentiert, aber irgendwie wirkt das ganze nur wie wildes, improvisiertes Gekloppe. Es wird zwar hart zugeschlagen, aber wenn man das im Vergleich zum Kloppballett eines Jackie Chan sieht, kommt das Gebalge hier wie eine wilde Kneipenschlägerei rüber.
Trotzdem fand ich Ironfist unterhaltsamer, als es eigentlich sein dürfte. Der Film nimmt sich dabei erfreulich wenig ernst, alle paar Minuten bekommen die Schläger einen Gong ins Gesicht verpaßt und trotz der konfusen Storyline wird's eigentlich auch nie wirklich langweilig.
6/10