Bei einer Spendenveranstaltung werden zwei Attentate versucht. Während das auf Kau Man Fu [ Lung Fong ] verhindert werden kann, stirbt sein Konkurrent Chang. Kau hat jetzt nur noch seinen Partner Wu Man Yuen [ Michael Chan Wai-man ] zu fürchten, aber bekommt mit dem arbeitseifrigen Zollbeamten Lung Chiang [ Yu Rong Guang ] neuen Ärger. Währenddessen treibt sich Wolf [ Elvis Tsui Kam – kong ] ziel- und planlos in der Gegend herum und Miss Li Yuen Hwa [ Carrie Ng ] kommt ihrer Undercovertätigkeit für die Polizei auch mal nach...
Das zwischen 1993 und 1998 speziell im preiswerteren HK Actiongenre Welten und horrende Qualitätsunterschiede liegen, beweist Wong Chung Yeungs Deadly Illusion leider auf eindrucksvolle Weise; zu mehr als abschreckendem Beispiel hat es dann auch nicht gereicht.
Irgendwo in den paar Jahren sprangen die alten Hasen wie Yukari Oshima, Moon Lee und Cynthia Khan ab und wurden nicht oder nur notdürftigst ersetzt; das Budget reduzierte sich auf ein Minimum und die restliche Branche produzierte sich mit stumpfsinnigsten Werken selbst zu Tode.
Heutzutage muss man fast schon froh sein, wenn der Name von Tony Leung Hung – Wah in den Stabangaben auftaucht; selbst nur milde Anschaubares für die B – Sektion ist Mangelware geworden. Deadly Illusion zeigt in allen Belangen die Merkmale des Trauerspiels auf und gehört dabei sogar noch zu den sorgsamer hergestellten Werken. Was dem Schrecken der miesen Stimmung im Filmland die Schapka aufsetzt.
Die Anziehungskraft kommt vor allem über die Besetzung, die mit relativ bekannten und auch zugkräftigen Namen geschmückt ist; auch alle eng mit traditionellen Werken verbunden. Regisseur Wong hat ebenfalls sehr viel Erfahrung in dem Metier und galt über einigen Zeitraum sogar als ziemlich verlässlich; schuf er doch mit Devil Hunters [ 1989 ], Dreaming the Reality [ 1991 ], Mission of Justice [ 1992 ] und Angel Terminators 2 [ 1993 ] in rascher Reihenfolge einige bis heute vorzeigbare und auch anerkannte Werke. Selbst im späteren Zeitraum konnte er mit dem DTV – Hit Fist of Mercy [ 1998 ] zumindest auf dem Sektor einen Achtungserfolg setzen; hierbei scheitert er aber so extrem an den Vorgaben, dass man fast seine Mitwirkung anzweifeln möchte.
Man weiss dann auch gar nicht, was man zuerst zerreissen soll: Das dröge Drehbuch oder die traurige Inszenierung selber.
Wahrscheinlich das Letztere, weil gutgeschriebene Skripte noch nie die Hauptgründe waren, warum man sich an den Endergebnissen labte; aber hierbei hat man ein derartig heilloses und einschläferndes Durcheinander aufgeworfen, dass man damit auch gar nicht viel mehr anfangen kann.
Was keine Entschuldigung sein soll, da Wongs Realisierung die Fehler nicht erkennt; nicht nur direkt draufhält, sondern auch noch jeden Makel extra zu betonen scheint. Die einzelnen Teilstücke ergeben nie ein wirkliches Ganzes; der Film wirkt abgehakt in seinen Segmenten und dazu noch von Start weg ziemlich langweilig, da ein Nichts an Interesse um seine Figuren aufgebaut wird.
Die Konstellationen sind ebenso starr wie seine abgegrenzten Figuren; es wird nicht agiert oder gar interagiert, sondern sich kontrastarm zur jeder kleinen Bewegung gezwungen. An vielen Stellen deprimierend.
Die später angesprochenen Themen neben dem eigentlichen Triadenplot sind alle dermassen plumb in Szene gesetzt, das es geradezu haarsträubend wirkt, wenn die hanebüchene Story von halbwegs prominenten Darstellern in aller Leblosigkeit und Lächerlichkeit gespielt werden muss:
Lung Chiang und seine Cousine besitzen ein wertvolles Bild, das sie aber in der Familie behalten und nicht verkaufen wollen. Etwaigen abgelehnten Interessenten wird das Geheimversteck [ im Kleiderschrank unter ihrer Unterwäsche ] aber offen präsentiert und sich später gewundert, dass diese einen Überfall durchziehen.
Bei dem der Cousine zwar ausser Pflaster auf dem Mund nichts passiert, sie aber plötzlich trotzdem totkrank im Krankenhaus liegt und eine Bestrahlung mit Gamma – Lasern benötigt; natürlich mit entsprechendem Kleingeld.
Währenddessen fragt Miss Li aus heiterem Himmel mehrmals nach der geheimnisvollen Krankheit ihres verstorbenen Vaters und entwirrt ein Mordkomplott; in den letzten 30 Jahren hatte sie wohl keine Chance dazu.
Der Rest der Geschichte ist nur Standardhickhack und bedarf keiner weiteren Beachtung.
Dazu kommt eine miserable technische Seite: Visuell äusserst biederer Low-Budget-Look nämlich. Farbloses, vergilbtes Bilddesign. Unschärfen. Von aussen und innen hässliche Locations, sichtlich aus dem Fundus. Vermeintliche Villen wie Altbauzimmer aus den frühen 80er möbiliert. Kaum Aussendrehs.
Action fehlt bis auf das Etwas am Ende auch; das erste Attentat und seine Abwehr wird trotz etwas mehr Ausbreitung bloss im Zwischenschnitt zu einer Violinendarbietung präsentiert und verliert nicht nur dadurch jegliche Wirkung. Später folgt noch eine Messerattacke, ein Angriff auf Wolf am Parkplatz und Li und ihr Bruder werden beim Spaziergang oder dergleichen irgendwo der Pampa von zwei Landstreichern belegt. Eine genauere Beschreibung der Umsetzung muss sogar entfallen, da meistens zu wenig Anhaltspunkte für eine Analyse gegeben sind; alles sehr sporadisch, sekundenkurz und keine Rede wert.
Der Showdown selber dehnt sich mal auf 8min aus, lässt aber die Rasanz von früher weitgehend missen; da hilft auch das Spielen am Temporegler nicht.
Noch nicht einmal enttäuschend, sondern bloss frustierend.