In den 70ern reichten schon gewisse Szenen, um einen Film als „Skandal“ beurteilen zu können. Genau so ein Fall ist „Trio Infernal“. Der Film beginnt wirklich sehr gut, lässt dann aber stark nach.
Eben noch wurde George Sarret als Ehrenmann vom französischen Militär geadelt. In Wirklichkeit ist er aber alles andere als ein Ehrenmann. Mit Hilfe der Deutschen Philomena Schmidt (Romy Schneider) und ihrer jüngeren Schwester Catherine nehmen die drei alte Männer aus. Eine von den beiden Schwestern wirft sich an die Alten ran, es dauert nicht lange, da gehört den dreien das Geld. Hinzu vergnügt sich George mal mit der einen, mal mit der anderen Schwester. Sie gehen immer einen Schritt weiter, bis sie sogar ein Ehepaar umbringen. Jetzt muss man nur noch die Leichen verschwinden lassen. Ein besonderes Bad ist garantiert...
Spätestens nach diesem Film hatte Romy Schneider ihr Sissi-Image endgültig abgelegt. „Trio Infernal“ ist zu Begin wirklich ein kleiner Skandalfilm, der prima unterhält und einige böse Ideen hat. Als skrupellose, kalte Frau zeigt sich die Schneider hier, doch auch die anderen beiden Darsteller sind nicht besser. Michel Piccoli ist genau so abgebrüht und kalt, nur die kleine Schwester zeigt in der Mitte mal ein wenig Gefühl, was die drei so alles treiben.
So kann man den Film grob in zwei Abschnitte aufteilen. Die erste Hälfte im Film gefällt klar besser. Hier geht es rund, die drei nehmen alte Männer aus, treiben es miteinander, sind schamlos. Selbst Romy Schneider zeigt sich in der ersten Hälfe mal unbekleidet, doch wurde alles so geschnitten oder von Romy so verhüllt, dass man schließlich doch recht wenig sieht. Hinzu kommt natürlich die Szene des Films. Michel Piccoli bringt ein reiches Ehepaar um und löst deren Körper in einer Wanne mit Säure auf. Schon dies wirkt recht unappetitlich, doch die spätere Brühe aus Wasser, Säure und den Überbleibsel der Menschen muss auch noch beseitigt werden. Eine eklige Angelegenheit.
Danach wird es aber ziemlich langweilig, der Film springt in seinen zweiten Abschnitt. Jetzt geht es nur noch darum, richtig Geld zu machen, am besten per Versicherungsbetrug. Jetzt wird der Film nur noch langatmig und erst zum Ende hin gibt es noch den berühmten Knall, dann ist der Film nach knapp 1000 Minuten zu Ende. Hier hätte man sich eher weiter auf die kruden Taten der drei verlassen sollen, als jetzt unnötig das Tempo herauszunehmen.
Die Musik stammt mal wieder aus der Feder von Ennio Morricone und passt gut zum Film.
Etwas gestört hat mich auch der Ablauf des Filmes. Personen tauchen plötzlich wieder auf, als hätte es im Film einen riesigen Schnitt gegeben. Wenn man dann ein wenig unaufmerksam ist, fragt man sich schon, warum z.B. alles drei wieder zusammen sind. Ferner gibt es einige Szenen, die einfach ein wenig ermüdend sind, so dass die Lauflänge von gut 100 Minuten ein wenig zu lang ist. Gerade zum Schluss zieht sich.
Fazit: Skandalfilm? Ja, zu Begin schon. Zu Begin macht der Film auch wirklich Laune, dank einiger recht fiesen Einfälle. Leider kann der Film dieses Niveau nur maximal bis zur Mitte halten, danach wird es einfach zu langweilig. Immerhin hat der Film ein recht böses Ende, wer auf Strafe hofft, hofft vergebens. Romy Schneider überzeugt in der Rolle der habgierigen Deutschen und wird Sissi-Fans wohl schlucken lassen.