Review

Da ist Dein Opa drauf abgefahren: einmal die Romy Schneider nackich sehen. Sex and Crime in den 70ern mit der Schneider, na, das ist dann schon ein Renner. Opa dürfte aber ziemlich enttäuscht aus dem Kino gekommen sein.

Die Story spielt 1931 in Frankreich und ist an sich so schlecht nicht. Rechtsanwalt George Sarret (Michel Piccoli) ist ein ziemlich durchtriebenes Burschi und hält sich zwei deutsche Geliebte (Romy Schneider, Mascha Gonska), wie gut daß die beiden Schwestern sind, da gibt's dann nicht ganz so viel Knatsch. Skrupellos vermittelt er diese an ältere sterbenskranke Männer, nach deren Tod Geld geerbt wird - und zwar vornehmlich in seine Tasche.

Doch immer das gleiche wird langweilig und vorallem auffällig, also wird nachgeholfen. Das "Trio Infernal" zieht mordend, versicherungsbetrügend und erpressend durch die Lande und schafft es zu ordentlichem Reichtum und sogar ansehen.

Alles in allem eigentlich ganz spannend, hinzu kommt eine tüchtige Portion schwarzer Humor und die feine detaillierte Ausarbeitung der Mordszenen (insbesondere das Ehepaar zu Weihnachten - schon fast ein bißchen splatter-touchig). Aber jetzt kommt das große Aber: Die Umsetzung ist enfach grottenschlecht - sorry, daß muß mal so deutlich gesagt werden. Zusammenhanglos werden Szenen aneinandergereiht, der Rezipient soll sich gefälligst selber einen Reim drauf machen und die Story im Kopf zusammensetzen. Nachvollziehbar sind viele Dinge nicht, und der Ausarbeitung der Protagonisten-Charaktere wird viel zuwenig Zeit eingeräumt.

Hinzu kommt eine schlechte Choreographie. Der Text klingt abgelesen wie in einem Schultheaterstück, gekünstelte Sätze, gestellte Szenen - das ganze garniert mit ordentlich viel Schreiszenen. Insbesondere das dauernde Gekeife der Schneider nervt bald penetrant. Für die obermiese Ton- und Bildqualität kann man nach so langer Zeit leider niemanden mehr verantwortlich machen, aber das trägt halt auch dazu bei, daß die Unzufriedenheit wächst und die Aufmerksamkeit stellenweise leidet.

Genial ist wirklich die Leichen-Entsorgungszene in den beiden Badewannen. Hier spürt man förmlich, wie Regisseur Francis Girod Spaß daran hatte, blutbesudelte hübsche Mädels halbnackt durchs Bild rennen zu lassen, keuchend und schnaufend vom vielen Leichen-die-Treppe-rauf-Schleifen (auch das spätere Leichensuppe-Rausschöpfen kommt krass). Hier macht es dann wieder richtig Spaß zuzusehen.

Dafür gibts vier Punkte. Einer modernen Neuverfilmung würde eigentlich nichts im Wege stehen, könnte ein Knaller werden. Aber Achtung: Parallelen zu "Wild Things" sind vorhanden. Wir warten gespannt ab.

(4/10)

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