Die Filmographie von Regisseur Anthony Maharaj umfasst nur vier Werke, allesamt mit Richard Norton in der Hauptrolle, wobei „Rage“ alias „Deathfight“ sein letzter Film ist.
Bangkok 1965: Das Ehepaar Dammeron will gerade zu einem geschäftlichen Meeting fahren als es von Attentätern erschossen wird, ihr kleiner Sohn Jack verbleibt also Waise, der von dem Geschäftspartner seines Vaters aufgezogen wird. Dessen leiblicher Sohn Chiang wird eine Art Bruder für ihn, womit man schon mal eine Verbindung zwischen Protagonist und Antagonist gezogen hätte.
Rund 30 Jahre später ist Jack (Richard Norton) Vorsitzender der Firma und ein Musterbeispiel, dazu noch mit einer Anwältin (Karen Moncrieff) verheiratet. Chiang (Tetchie Agbayani) hingegen ist schwer kriminell und beteiligt sich an allem, was böse ist: Waffenhandel, Prostitution, kleine Hunde treten usw. Natürlich veranstaltet er für dekadentes, zahlendes Volk auch so genannte Deathfights bis zum Tode. Ganz ungewohnt muss der Held dieses Films aber kein einziges Mal vor solchem Publikum kämpfen, aber das war’s dann auch an unerwarteten Momenten.
Chiang hängt Jack einen Mord an, um die Firma zu übernehmen und für seine Geschäfte zu nutzen. Unglücklicherweise hatte Jack mit dem Opfer eine Affäre, aber er tut alles, um den wahren Mörder zu finden und seine Unschuld zu beweisen...
Mal abgesehen von der nicht ganz alltäglichen Kulisse handelt es sich bei „Rage“ um einen Kloppstreifen nach Schema F, dessen Hälften unterschiedlich gelungen ausgefallen. Anfangs versucht sich die Chose noch etwas im Krimibereich, Action ist dünn gesät, der Deathfight zu Beginn sowie die obligatorische Schlägerei im Essensraum des Knastes sind die einzig nennenswerten Sachen. Allerdings ist das Ganze auch nur Mäßig spannend ausgefallen, der Streit mit der Ehefrau interessiert nur wenig, da die Versöhnung am Ende eh kommen muss, einzig und allein die Frage, was in der belastenden Akte steht, die Chiang findet, ist etwas spannender.
Dazu lässt man diverse Klischees nicht aus, Jack setzt sich beim Gefängniskurzaufenthalt für den Mitgefangenen Wiley ein, um sich während seiner temporären Freilassung (wenige Tage Zeit den Mörder zu finden, altbekannter Plot also) mit ihm anzufreunden. Selbstverständlich trifft man sich in einer schmierigen Bar, nach der handelsüblichen Kneipenschlägerei (hier sogar noch mit anschließender Verfolgungsjagd) sitzt man morgens gemütlich beieinander, tauscht die Lebensgeschichten aus und schlürft den Frühstückskaffee bzw. das Frühstücksbier.
Doch besagte Kneipenschlägerei leitet dann Hälfte zwei ein und da wird „Rage“ auf einmal richtig fetzig, denn beginnt zu mit Nachdruck zu recherchieren. Will heißen es wird potentiellen Informanten und Verdächtigen die Scheiße aus dem Leib geprügelt. Der Polizei übergeben wird aber niemand, stattdessen leitet der Bösewicht irgendwann den Showdown ab, in dem alle Übelwichte beseitigt werden. Doch die Action hat es in sich, neben blutigen Ballereien rocken vor allem die derben, von Richard Norton schick choreographierten Fights. Gerade der extrem spektakuläre Kampf zwischen Jack und I-ron (Chuck Jeffreys) kurz vorm Showdown ist das absolute Highlight des Films.
Mit Richard Norton tummelt sich dann auch ein ziemlich guter B-Darsteller in der Hauptrolle, denn er kann nicht nur austeilen, sondern absolviert auch die Schauspielszenen sehr überzeugend, was im B-Actiongenre nicht unbedingt Usus ist. Tetchie Agbayani gibt einen soliden Konterpart, Karen Moncrieff als betrogene Ehefrau ist OK. Chuck Jeffreys tritt hier extrem grausam frisiert auf und wird bei seinen zwei, drei Auftritten eh nur kämpferisch gefordert.
Unterm Strich bleibt ein solides Actionvehikel, das leider erst in Fahrt kommen muss. Die blutigen Shoot-Outs und furiosen Fights der zweiten Hälfte entschädigen allerdings für die 08/15-Story und den Mangel an Innovationen.