Der einzig brauchbare Film den der unbekannte Regisseur Adrian Carr abgedreht hat. Mit einem sichtbar ordentlichen Budget und Hauptdarsteller Richard Norton ist "Karate Champ" ein guter Vertreter im B-Actiongenre geworden, leider bis heute gänzlich unbekannt. Laut dem Label New Vision ist dieser Film Ende der 80er Jahre sogar in den deutschen Kinos gelaufen, was jedoch mit Sicherheit feststeht ist, dass die FSK 18 VHS ungekürzt erschienen ist und natürlich, wie sollte es auch anders sein, seit ihrer Erscheinung indiziert ist. Zumindest wurde Norton´s Bekanntheitsgrad gesteigert, er war in den 80er Jahren meist nur als Fiesling, oder in einer Nebenrolle besetzt.
Der Großvater von Marineoffizier Zak Connors (Richard Norton) stürzte Ende des zweiten Weltkrieges in Thailand ab. Sein Flugzeug wurde bis heute nicht gefunden und an Bord befand sich auch ein sehr wertvolles Schwert. Der Fund dieses Reliktes wurde Zak um zwei Millionen Dollar reicher machen. Kurzerhand beschließt er also nach dem Wrack zu suchen und er wird bald fündig. Mit Hilfe der Rebellin Sueley (Rochelle Ashana) findet er die Waffe und die Leiche seines Großvaters. Nur bei der Überlieferung des Schwertes an die Regierung kommt es zu Komplikationen. Denn ein gieriger Gangsterboss (Toshiro Obato) hat es auf das Schwert abgesehen. Kurzerhand lässt er Sueley entführen, doch er hat nicht mit Zak´s Kampfkünsten gerechnet.
Aus diesem Film hätte man wirklich etwas machen können, doch es mangelt gerade an der Action. Nicht an der Qualität, jedoch an der Menge und der Verteilung. Gerade in der ersten Hälfte gibt es einen Fight und einen kurzen, aber blutigen Shootout, bevor Carr in der zweiten Halbzeit das Tempo dann deutlich erhöht. Hier muss sich Zak mit einem verräterischen Soldaten anlegen, mit einem Ninja prügeln, darf sich in der Stadt eine Verfolgungsjagd mit dem Go Card leisten und schließlich in einem tollen Showdown die kleine Privatarmee des Gansgterbosses platt machen. Die Actionszenen sind zwar kurz, doch wirklich sauber und graphisch inszeniert. Die Einschüsse sind suppend und die Genickbrüche explizit. Die Kämpfe zeichnen sich durch eine gute Choreographie aus, sind leider immer zu kurz. Daneben wird auch ein bisschen mit dem Schwert gekämpft. Die Martial Arts Szenen sind sehr gut gelungen und man erkennt auf Anhieb, dass Norton der Kampfkunst sehr gut mächtig ist.
Eigentlich ist "Karate Champ" eine Mischung aus Action und Abenteuerfilm, mit ein bisschen Humor gewürzt. Allein schon die Heldenfigur Zak Connors, welcher in Punkto Frauen ganz leicht an James Bond angelegt ist, denn auch er macht sich an jede Schönheit heran, daher sind auch ein paar erotische Szenen in den Film eingebunden. Der Plot an sich ist recht solide, die Sache mit dem Flugzeug gab es zwar schon öfter, aber es stellt soch mal eine Abwechslung zu den üblicheren Großstadtactionern dar. Nur findet Zak das Wrack viel zu leicht, dass das seit 1945 nicht mal von den Rebellen oder vom Militär gefunden wurde, ist schon sehr weit hergeholt. Auch schließt sich Zak den Rebellen viel zu schnell an. Er fragt nicht mal wogegen sie kämpfen, sondern hilft ihnen aus einem Grund, den der Zuschuer nicht kennenlernen wird. Nebenbei wird auch noch geklärt, wie Zak´s Großvater zu Tode kam. Er wurde natürlich ermordet, mehr will ich hier nicht verraten.
Erst in der zweiten Hälfte kommt dann noch dieser dubiose Gangsterboss, verkörpert von Toshiro Obato, ins Spiel. Dieser will das Schwert für sich haben, auch aus einem Grund, den wir nicht kennen. Auf jeden Fall um das Klischee mal wieder zu erfüllen, entführt er Zak´s mittlerweile Freundin Sueley und Zak holt zum großen Gegenschlag aus, das war´s auch schon.
Absolut positiv zu erwähnen, ist die Inszenierung. Carr hätte ruhig noch mehr Filme dieser Art inszenieren dürfen. Das Budget war nicht zu knapp, das 80er Jahre Flair ist auch vorhanden. Man sieht, dass auch wirklich in Thailand gedreht wurde und die authentische Dschungelkulisse wurde noch mit dem Einsatz von Nebelmaschinen verbessert. Die Ausstattung und Bauten der Kulisse können sich wirklich sehen lassen, aber zu Bruch geht nicht viel, nur bei der netten Verfolgungsjagd, entstehen ein paar Sachschäden. Der Score präsentiert auch auch sehr ordentlich, reisst aber auch nicht vom Hocker.
Den Darstellern hier kann man aber keine Vorwürfe machen. Richard Norton ist sehr charismatisch, nur seine Kampfkunst hätte man ruhig wesentlich öfter zur Geltung bringen können.
Toshiro Obato ist immer für eine Fieslingsrolle gut und Rochelle Ashana (agierte schon in "Der KIckboxer" mit van Damme) macht auch einen guten Job.
Das Flair der 80er Jahre, eine gute Inszeneriung, glaubwürdige Darsteller zeichnen diesen B-Actioner aus. Leider gibt es viel zu wenig Action, wobei das Gegebene immerhin sehr rau und qualitativ hochwertig ist.