ACHTUNG ! SPOILER !
In einer alten Villa in Turin ereignen sich immer wieder mysteriöse Todesfälle. Am Ende stellt sich heraus, dass ein böser Dämon, der in den Körper des Häusermaklers Cassati gefahren ist, für die Morde verantwortlich ist.
LA VILLA DELLE ANIME MALEDETTE (Villa der verfluchten Seelen) erzählt eine Geisterhausgeschichte, wie hunderte andere Filme zuvor, ohne zu diesem Genre etwas bemerkenswertes beizusteuern. Die Story des Films bleibt bis zum Schluss ziemlich dubios und erscheint wenig durchdacht. Um was für eine Höllengestalt es sich bei dem übernatürlichen Wesen handelt und welche Ziele es verfolgt, wird de facto zu keiner Zeit deutlich. Regisseur und Drehbuchautor Carlo Ausino war sich darüber wohl selbst nicht so ganz im Klaren, bezeichnet einer der Protagonisten den Bösewicht doch als „...some sort of demon...“ Neben dramaturgischen Schwächen dieser Art, sind es vor allem altmodische Stilmittel wie hallende Geisterstimmen aus dem Off und die völlig kraftlose Inszenierung, die dem Film und somit dem Zuschauer zu schaffen machen. Die ereignisarme Handlung und die zahlreichen statischen Dialogszenen potenzieren schließlich die sich schnell einstellende Langeweile.
Die Darsteller zeichnen sich auch nicht gerade durch besonderen Enthusiasmus aus, und vor allem der u.a. schon mit dem Film „Kochendes Blut“ (1967) negativ aufgefallene „Star“ Jean-Pierre Aumont provoziert mal wieder durch seinen gelangweilten, teilnahmslosen Habitus. Für den aus diversen Italo-Western (Django-Den Colt an der Kehle, 1967), Euro-Agenten-Abenteuern (Agent S3S) und Sandalen-Filmen (Vampire gegen Herakles, 1961) bekannten Giorgio Ardisson war dies einer seiner letzten Filme. Dabei liefert auch er eine wenig überzeugende Arbeit als dämonische Kreatur ab. Allerdings bietet ihm Ausinos fantasieloses Drehbuch auch nur wenig Stoff, um die Rolle irgendwie interessant zu gestalten. Die in Belgrad geborene Beba Loncar, deren Karriere nie so richtig in Fahrt gekommen ist, steht zwar an der Spitze der Darsteller-Liste, kann in ihrer eher kleinen Rolle aber ebenfalls keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die anderen, weitgehend unbekannten Nebendarsteller sind mit Recht weitgehend unbekannte Nebendarsteller geblieben.
Dem Regisseur Ausino, der auch für die Kameraführung zuständig war, sind im Grunde nur wenige ansprechende, atmosphärische Sequenzen geglückt, so im Prolog, in dem eine Frau über einen Friedhof läuft, bis plötzlich zwei Hände aus einem Grab schnellen und die Frau in die Tiefe zerren. Neu ist dieser Einfall allerdings auch nicht gerade. Im Übrigen ist der Film in jeder Beziehung absolut gesittet und harmlos.
LA VILLA DELLE ANIME MALEDETTE, dessen Bildqualität in allen verfügbaren Fassungen miserabel ausgefallen ist, ist eine Billigproduktion ohne echte Höhepunkte, die zurecht weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Die Produzenten der englischsprachigen Fassung THE HOUSE OF THE DAMNED waren dann auch passender Weise nicht in der Lage, den Titel im Vorspann korrekt wiederzugeben. THE HOUSE OF THE DANNED ist dort zu lesen. Zumindest findet sich diese Fassung auf der niederländischen VHS von „Cine Video“ aus dem Jahre 1988 mit einer Laufzeit von 77:42 Minuten. Bei dieser Version wurde im Vorspann für einige Darsteller Pseudonyme verwendet, so Ann Gregs für Annarita Grapputo, Foster Bards für Fausto Lombardi und Helen Frasson für Ileana Fraja. Im Web findet sich eine Fassung in italienischer Sprache mit einer Laufzeit von 84:56 Minuten. Diese Version trägt den Titel LA VILLA DELLE ANIME MALEDETTE – THE DAMNED. Eine VHS-Fassung kam in Italien 1985 auf den Markt, in den USA kam der Film ebenfalls 1985 in den Handel, hier unter dem Titel „Don't Look in the Attic“. In Deutschland ist der Film offiziell bisher nicht gezeigt worden. Ob der Film weitere Veröffentlichungen erlebt hat, ist derzeit nicht bekannt. Auch ein Release auf DVD ist nicht zu finden. (Stand: März 2026)
Inhalt:
Die vier letzten Angehörigen einer italienischen Familie erben in Turin eine seit 25 Jahren leerstehende Villa. Testamentsverwalter sind der Notar Cassati (Giorgio Ardisson) und dessen Sozius Hugo Razzio (Jean-Pierre Aumont). Angeblich lastet ein Fluch auf dem Anwesen, seit sich dort im Jahre 1955 drei andere Mitglieder der Familie aus mysteriösen Gründen gegenseitig umgebracht haben. Seit dieser Zeit hat niemand die Villa betreten, abgesehen von einem dubiosen Gärtner (Paul Teicheid), der sich um das Haus und die Gräber auf dem Familienfriedhof neben der Villa kümmert. Die neuen Besitzer des Hauses, Elisa (Annarita Grapputo) und deren Cousins Tony Ferraro (Tonino Campa), Bruno Ferraro (Fausto Lombardi) und dessen Frau Sonja (Ileana Fraja), müssen sich verpflichten, in der Villa zu wohnen und diese niemals zu verkaufen. Schon nach wenigen Tagen kommt es zu seltsamen Ereignissen. Sonja leidet unter Alpträumen und versucht, ihren Mann zu überreden, das Haus zu verlassen. Der aber will auf das Erbe nicht verzichten und weigert sich. Nach weiteren Alpträumen verlässt Sonja schließlich fluchtartig das Anwesen und wird vor dem Tor der Villa von einem Auto überfahren. Sie überlebt den Unfall nicht.
Nach Sonjas Beerdigung verändert sich Bruno zusehends und wird immer aggressiver. Eines Abends versucht er, Elisa zu vergewaltigen. Als Tony dazwischen geht, kommt es zu einem Zweikampf, den weder Tony noch Bruno überleben.
Inzwischen ist Martha (Beba Loncar), die Freundin von Hugo Razzio davon überzeugt, dass Cassati für die tödlichen Vorgänge in der Villa in irgendeiner Form mitverantwortlich ist. Ihrer Ansicht nach ist Cassati mit bösen Mächten verbündet. Hugo glaubt ihr zwar nicht, untersucht aber dennoch Cassatis Vergangenheit genauer. Bald darauf wird auch Razzio unter merkwürdigen Umständen getötet.
In der Villa wird Elisa nun vom Gärtner bedroht und verfolgt, der sich vor ihren Augen in Cassati verwandelt. Cassati entpuppt sich schließlich als eine dämonische Entität, die die Villa und sämtliche Generationen der Familie verflucht hat. Als Cassati sich auf Elisa stürzt, erscheint plötzlich Martha hinter ihm und jagt ihm einen silbernen Dolch in den Leib wodurch Cassati sein übernatürliches Leben verliert. Der Fluch ist für den Moment gebannt.
Viele Jahre später lebt die alt gewordene Elisa immer noch in der Villa. Als letzte Überlebende ihrer Familie wartet sie hier auf ihren Tod, der den Fluch für immer beenden wird…
In einer kurzen Meldung in einer Ausgabe des Fachblatts „Filmecho/Filmwoche“ von 1964 heißt es über die Darstellerin Beba Loncar, die hier in der Rolle der „Martha“ zu sehen ist: „Beba Loncar unterschrieb einen Fünf-Jahres-Vertrag bei der CCC. Die 20jährige Jugoslawin hat bereits 12 Filme gedreht, davon 8 in ihrer Heimat und 4 in England. Artur Brauner hat sie jetzt gleich in zwei Filmen eingesetzt, 'Angeklagt: Frauenarzt Dr. Thomas', in dem sie eine leichtlebige junge Dame spielt, und in dem Musical 'Freddy und das Lied der Prärie“, in dem sie ein handfestes Cowboy-Girl darstellt.“