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Auf den Philippinen gedrehte Actionfilme sind meist billig und langweilig – „Mission Terminate“ mag ersteres, überraschenderweise aber nicht letzteres sein.
Die Anfangsszene spielt mal wieder im Vietnamkrieg und man darf Zeuge werden, wie eine Horde amerikanischer G.I.s unter Zivilisten ein Massaker anrichtet. Dem einheimischen Führer gefällt es ebenso wenig wie den dort verweilenden Vietcong, einer ist gleichzeitig der Bruder des Führers. Gleichzeitig findet man dort noch eine Menge Gold, also genug Anlass für spätere Randale.
Jahre später kehrt der überaus saure Vietcong-Bruder zurück und killt die Überlebenden der G.I.-Truppe einen nach dem anderen. Der mittlerweile zum Colonel aufgestiegene Anführer der Truppe beauftragt Brad Cooper (Richard Norton) mit den Ermittlungen. Natürlich ist klar, dass dieser nicht zuviel rausfinden soll, womit Cooper unbewusst einen Mehrfrontenkrieg führt.

Gleichzeitig trainiert der Killer auch noch eine Terroristenarmee. Die Auftraggeber sind alles als begeistert, dass seine Unternehmungen Staub aufwirbeln, gleichzeitig macht dies den Fall nur noch schwerer…
Damit also auf ins B-Vergnügen, natürlich mit angemessen niedrigem Budget und den üblichen Drehbuchschwächen. Ersteres Manko sieht man vor allem an der Billig-Optik und den teilweise durchschaubaren Tricks, z.B. der Helikopterexplosion. Andrerseits wirkt „Mission Terminate“ immer noch aufwändiger als manch anderer vergleichbarer Actionfilm dieser Herkunft.
Das Drehbuch besteht dagegen nur aus Genrestandards, die Kriminalgeschichte wird zunehmend unwichtiger und verschwindet zur Halbzeitmarke fast gänzlich. Die schuldigen G.I.s werden nach und nach von dem rachsüchtigen Vietcong dezimiert, selbst der Colonel muss dran glauben, der Handlungsstrang um das Gold taucht nur sporadisch auf (z.B. in der letzten Szene) und die Terroristengeschichte ist eh nur dazu da, um für reichlich Kanonenfutter zu sorgen. Doch „Mission Terminate“ hat immerhin Tempo, vor allem nach den Startschwierigkeiten der ersten Hälfte geht es deutlich zackiger zu.

In dem Maße steigert sich dann auch die Action, es wird kräftigt gefightet und geflintet, gelegentlich fliegt noch irgendwelches Zeug in die Luft. Realismus ist da weniger angesagt, man siehe sich nur die Treffsicherheit der Bösewichte an, dafür ist die Action inszenatorisch echt nicht schlecht, vor allem für diese Budgetklasse. Überraschend gut auch die Kampfchoreographie, in denen man Richard Nortons Können bewundern kann.
Darstellerisch ist Norton hier ebenfalls eine relativ gute Bank, aber man merkt, dass er noch im Training für höhere Aufgaben war und deshalb nur den harten Hund vom Dienst geben darf. Der Rest vom Fest hingegen fällt wenig bis gar nicht auf, die meisten Gesichter hat man schnell vergessen.

„Mission Terminate“ richtet sich an hartgesottene Actionfans, denen bietet er aber ein überraschend gut inszeniertes, ziemlich temporeiches B-Vergnügen mit ziemlich gelungenen Actionszenen. Die Story gibt weniger her und das Budget könnte höher sein, doch trotzdem kann der Film 6,5 Punkte meinerseits ergattern.

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