Review

Millionaire's Express

Wahnwitzige Action-Comedy-Kollabo.

Die reichlichst verschachtelte Story hat so ziemlich alles zu bieten, was den Machern scheinbar spontan einfiel. Anhören tut sich das dann so: "Ein Zug, der SHANGHAI EXPRESS, fährt auf Schienen durch die chinesische Einöde, in Richtung einer kleinen Stadt. Dort will der sich auf der Flucht, vor einem Kopfgeldjäger, befindliche Sammo Hung ein Bordell eröffnen. Die netten Hostessen sind dann auch schon am Start. Nur fehlt der männliche Kundenkreis, also woher nehmen. Sammo zerstört kurzerhand, per Dynamit, einen Schienenabschnitt, so dass der Zug halten muss. Der macht also einen Zwischenstop und die Leute strömen in das kleine Städtchen so dass dieses regelrecht aufblüht. Soviel zur Grundgeschichte, denn die vielen im Sand verlaufenden Handlungsstränge aufzuzählen macht nicht so viel Sinn, da sie oft nur Mittel zum Zweck für Martial Arts-Einlagen sind. Nur soviel vielleicht noch, es tauchen diverse Gruppierungen auf, die entweder für negativen Stress sorgen, oder ihr Glück suchen. Da wären unter anderem noch, die Daltons, komplett mit gestreiften Knastanzügen, ein paar Samurais, Räuber und Diebe, der Kopfgeldjäger auf der Suche nach Sammo, welcher weiterhin auch noch eine Schriftrolle sucht, Yuen Biao als Feuerwehrmann und Polizeichef undsoweiterundsofort.....

Klasse Klassiker!

Allein schon die Allstar-Besetzung dürfte der Inbegriff für einen Klassiker sein! Hier sind so ziemlich alle vereint, die zu diesem Zeitpunkt Rang und Namen hatten (außer vielleicht Jackie Chan) und heraus gekommen ist ein unglaublich unterhaltsames Fun-Movie, voll gestopft mit, teilweise chaotischen, bis hin zu schlichtweg brillanten, Martial Arts-Choreographien und fast schon lebensmüden Stunts (z.B. eine fette Frau stürzt aus dem dritten Stock eines brennenden Hauses mit voller Wucht auf den Boden), jenseits von Gut und Böse.

Die teilweise albernen Gags passen sehr gut in diesen Mix aus Star-, Stunt- und Martial Arts-Show. Überhaupt sucht man vergeblich nach Ernsthaftigkeit oder gar Spannung. Offensichtlich verzichteten die Macher darauf, wobei diese sowieso nicht zur Glaubwürdigkeit beigetragen hätte.

Laber Laber, Bla Bla!

Im Vordergrund stehen sowieso, die sehr zahlreich vorhandenen Kampfszenen und die haben es echt in sich. Sammo Hung VS. Yuen Biao, versprechen gandenlosen und vor allem irrwitzigen Kung Fu. Besonderer Höhepunkt, dieses Streifens, ist zweifelsfrei die abschließende Showdown-Massenschlägerei. Hier treffen die verschiedenen Gruppierungen aufeinander, aber nicht um sich gemütlich beim Tee trinken olle Kamellen zu erzählen, sondern um sich, leger ausgedrückt, AUFS MAUL ZU HAUEN. Das dies nicht unbedingt durch sinnlose Gewalt optisch aufgewertet werden muss um unterhaltsam zu sein, bewiesen die Macher und ließen sogar die Bad Guys eher lieb und nett rüberkommen. Gleichzeitig ist MILLIONAIRE'S EXPRESS ein einzigartiges Beispiel für ACTION Made in Hongkong.

Leicht verdaulicher und auf jeden Fall ziemlich spaßiger Burner, dessen kultige deutsche Synchronisation dem Film die Krone aufsetzt.

10 von 10 blaue Flecken auf Sammo’s Richterskala.

Details