„Sollten sie mich eines Tages beißen, dann machst du dasselbe mit mir!“
Dieser Satz stammt von einem Mann, der soeben einen Gebissenen erschoss, der kurz davor war zum Zombie zu mutieren. Manchmal scheint es einfacher, eine Produktion über Untote in Kurzform zu präsentieren, wenn sie denn, wie im vorliegenden Fall auch eine runde Geschichte einbindet.
Lucio kann Bäume und Zombies nicht ausstehen und gerade bekommt er wieder einen vor die Flinte. Einst betrog ihn seine Frau, die er in flagranti ertappte und aus dem Haus sperrte. Daraufhin wurde sie gebissen und lebt seither eingesperrt als Zombie. Indes lernt Lucio die hübsche Nancy in der Dorfkneipe näher kennen, jedoch ohne die Rechnung mit seiner Zombie-Frau gemacht zu haben…
Der Portugiese Miguel Angel Vivas vereint mit seiner Erzählung klassische Elemente des Horrorfilms in Form der verschlossenen Dörfler in der Kneipe und weiß durch den gezielten Einsatz des Scores rasch eine dichte Atmosphäre zu erzeugen.
Auch die Untoten erscheinen eher klassisch, obgleich sie teilweise über gezielte Angriffe mit Waffen taktieren und auch mal mit der Faust zurückschlagen.
Dabei geht das Make-up in Ordnung, nur die Bluteffekte sind arg begrenzt und kommen über eine Enthauptung und dem zweifachen Zulangen mit der Machete nicht hinaus.
Was die Geschichte von gängigen Zombiefilmen weitgehend unterscheidet, ist seine Emotionalität zwischen den Zeilen, denn es geht im Kern um Liebe, Reue, Vergeltung und Vergebung, wobei der Verlauf recht zynische Töne anschlägt und den vermeintlichen Helden in zwiespältiges Licht rückt.
Am Ende schließt sich der Kreis und nach rund 17 Minuten ohne Abspann ist eine Dreiecksgeschichte mit kleinem Schmunzeleffekt treffsicher auf den Punkt gebracht.
Darstellerisch lässt sich nichts ankreiden, die Schnitte kommen gezielt und sorgen für ein hohes Tempo, lediglich einige optische Verfremdungen mit grünem Nebel und Störfaktoren im Blaufilter wirken ein wenig dilettantisch.
Dennoch darf jeder Horrorfreund, insbesondere derer von Zombies bedenkenlos zuschlagen, denn hier gibt es mehr als bloßes Gemetzel, sondern eine durchdachte Story, die mit wenig Aufwand und atmosphärischem Setting punktet.
7 von 10