“So was wie Liebe” – Dieser Film ist wieder einmal einer von der Sorte, wo der Name irgendwie Programm ist. „So was wie Liebe“ ist irgendwie so was wie ein guter Film… Ja genau, kein guter Film, sondern nur auf eine gewisse Art und Weise so etwas wie ein guter Liebesfilm.
Oliver (Ashton Kutcher) lernt auf dem Flug zu seinem Bruder die hübsche Emily (Amanda Peet) kennen – auf der Flugzeugtoilette. Die beiden verlieren sich aus den Augen, treffen sich nach drei Jahren wieder, verlieren sich danach wieder aus den Augen, und so weiter und so weiter… Und über die Jahre hinweg kann der eine den anderen nicht vergessen.
Ja, Frauenherzen sind wahrscheinlich jetzt schon dahin geschmolzen. „Das muss ja ein wundervoller Film sein…“ – so wohl der Gedankengang des standardisierten Frauenhirns. Naja, was soll man dazu sagen. Ganz nett ist der Film auf jeden Fall. Die Geschichte ist zwar so steinalt wie Ashton Kutcher werden muss, um mal ein richtig guter Schauspieler zu werden und die Klischees, die dieser Film bedient, kommen einem auch so bekannt vor wie sämtliche Nebenhandlungsstränge, die man geboten bekommt; aber grenzt man diese Unzulänglichkeiten aus, ja dann – aber auch nur dann – kann man zu dem Urteil kommen, dass „So was wie Liebe“ ein guter Film ist. OK, die Haupt-Zielgruppe dieses Films – liebessehnsüchtige Single-Frauen und sich anschmachtende Frischverliebte – wird die Regiearbeit von Nigel Cole nicht so kritisch beäugen (das ist auch gut so); dennoch soll der Filmfreund, der sich nicht zur vorgenannten Klientel zählt, bedenken: Hier ist uns wahrlich kein Kandidat für die großen Filmpreise serviert worden. Es ist vielmehr einer jener Filme, die ohne großes Aufsehen irgendwann an einem Freitag Abend seine Free-TV-Premiere in der Prime Time bei irgendeinem Privatsender feiern wird, um dann nach und nach den Weg über die Öffentlich-Rechtlichen hin zum Sonntag Nachmittag auf einem kleineren Privatsender zu gehen. Es gibt Filme, bei denen ich eine solche Entwicklung bedauere, bei „So was wie Liebe“ werde ich dies ganz und gar nicht tun.
Ja, ich gebe zu: Mir hat Amanda Peet auch ganz gut gefallen. Aber wenn es nur nach den sexuellen Präferenzen gehen würde, müsste ich auch den „Tomb Raider“-Filmen die Höchstnote verpassen. Und da stimmt ja wohl hoffentlich (fast) jeder mit mir überein, dass das keineswegs gerechtfertigt wäre… Um nicht missverstanden zu werden: „So was wie Liebe“ ist kein schlechter Film. Dafür hat er doch ein paar starke Momente zuviel. Er ist jedoch auch kein guter Film, denn dafür erzeugen die vielen schwachen Augenblicke einen zu starken Nachgeschmack. „So was wie Liebe“ ist halt ein Film für solche Leute wie Liebende, Harmoniebedürftige und… Frauen… 6 von 10 Punkten!