Review

Ashton Kutscher spielt einen schüchternen Jugendlichen, der auf einer Flugzeugtoilette flüchtigen Sex mit einer Fremden, gespielt von Amanda Peet, hat. Obwohl sich die Wege der beiden in den nächsten Jahren mehrfach kreuzen, finden die sie nicht richtig zueinander, bis es ihnen nach sieben Jahren endlich ernst wird.

Herzlich willkommen zur überflüssigsten und schlechtesten Verfilmung des "Harry und Sally"-Stoffs, die auf wirklich keiner einzigen Ebene überzeugen kann und durchweg scheitert. Romantische Komödien liegen voll im Trend und spielen in regelmäßigen Abständen viel Geld ein, aber das darf doch wirklich keine Entschuldigung für diesen Schrott sein, der mich vom Mittelteil bis zur letzten Minute gelangweilt hat.

Normalerweise wäre dies jetzt die Stelle, an der ich mit der größten Schwäche des Films beginnen würde, das Problem ist nur, dass man im Prinzip eine ganze Rangliste aufstellen könnte und ich es nicht einmal an einem Punkt festmachen kann, der mich am meisten gestört hat. Ich beginne einfach mal mit Ashton Kutscher. Kutscher ist der einzige Darsteller mit einem solchen Mindestmaß an Talent, der dennoch zu den bekanntesten und gefragtesten Darstellern der Welt gehört. Bis auf den "Butterfly Effect" hat er in seinem ganzen Leben nicht einen guten Film auf die Reihe bekommen und selbst da war er der Wesentliche Kritikpunkt des sonst starken Sci-fi-Thrillers. Nach desolaten Komödien wie "Im dutzend billiger", "Ey Mann, wo is` mein Auto?", "Voll verheiratet" und "Partyalarm" darf Kutscher seine Talentlosigkeit mal wieder offen zu Schau stellen. Der Sunnyboy ist bei Weitem nicht so liebenswert und sympathisch, wie er es in seiner Rolle hätte sein sollen und ist darüber hinaus über weite Strecken sichtlich gelangweilt. Überflüssig eigentlich zu erwähnen, dass seine Mimik mal wieder absolut unterirdisch ist und ich bin fest davon überzeugt, dass Kutscher, der übrigens überhaupt nicht mit seiner Kollegin harmoniert, niemals über dieses Niveau hinauskommen und immer derselbe blasse Anti-Schauspieler bleiben wird. Amanda Peet, die mit "Melinda und Melinda" und "Keine halben Sachen" bereits Erfahrungen im Genre sammeln konnte, spielt ihr Programm überzeugend runter, ist dabei sehr sympathisch und trotz, oder gerade wegen, ihrer anfänglichen dreisten Art sehr charmant.

Nach den beiden akzeptablen Komödien "Grasgeflüster" und "Kalender Girls" hätte Regisseur Nigel Cole doch eigentlich die Erfahrung haben müssen, um einem solchen Schrott-Film aus dem Weg zu gehen und spätestens nach dem Lesen des unglaublich schwachen Drehbuchs hätte er die Regie eigentlich ablehnen müssen. Hat er aber nicht. Die ersten zehn Minuten sind noch ganz ordentlich. Mit der üblichen modernen und flotten Filmmusik und einem anfangs hohen Tempo kommt der Film direkt zur Sache, das war's dann aber auch schon. Im Mittelteil treffen sich die beiden Protagonisten am laufenden Band und es kommt wirklich nichts dabei heraus. Cole produziert also Leerlauf am laufenden Band.

Den Leerlauf füllen romantische Komödien meistens mit ein paar brauchbaren Gags, womit wir schon beim nächsten Problem wären. Denn "So was wie Liebe" ist leider nicht einmal ansatzweise lustig und bietet überhaupt keine Lacher. Wie schon bei "Kalender Girls" und "Grasgeflüster" verzichtet Nigel Cole auf Fäkalhumor, Slapstick und Klamauk, bekommt aber leider überhaupt keine wirklich lustigen Wortwitze auf die Reihe und langweilt so endgültig am laufenden Band. Da die Story sehr vorhersehbar bleibt und nie über die konventionellen Handlungsbahnen des Genres hinauskommt und die Charakterkonstruktion vollkommen unrealistisch und unglaubwürdig ist und der Film auch ansonsten nicht einmal ansatzweise in einen realistischen Rahmen kommt, wird die Langweile noch schlimmer.

Da spätestens nach zwei Dritteln des Films endgültig das Interesse des Zuschauers verloren gegangen ist, dass Cole auch mit seiner brauchbaren Filmmusik und seiner sympathischen Inszenierung ohne Fäkalhumor und Slapstick nicht zurückgewinnen kann, stört das naive Ende, dass sowieso schon seit der ersten Minute vorherzusehen war nur noch mehr und so kommt auch das Wohlgefühl, dass für Filme des Genres eigentlich fundamental wichtig ist nicht mehr zustande. Hinzu kommen noch die dämlichen Dialoge und vor allem die Monotonie, die bei den eintönigen Treffen der beiden Protagonisten mehr und mehr entsteht. Selbst für Fans des Genres, die bei "Harry und Sally" geweint haben und auch beim zwanzigsten Mal noch über die Gags bei "American Pie" lachen können, wird der Film nur schwer erträglich sein.

Fazit:
Die romantische Komödie verfehlt leider komplett ihren Zweck. Mit dämlichen Dialogen, einer klischeehaften, unrealistischen und vorhersehbaren Story, der desolaten Leistung von Ashton Kutscher und einer endlosen Monotonie ist "So was wie Liebe" in etwa so romantisch wie ein Bordellbesuch und so lustig wie eine Darmspiegelung. Was bleibt ist die schnelle und viel versprechende Exposition und die ordentliche Leistung von Amanda Peet.

15%

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