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Als zwei Richter des obersten Gerichtshofs am selben Abend von einem Unbekannten ermordet werden, stellt die Jurastudentin Darby Shaw Vermutungen über die möglichen Hintergründe und Motive der Taten an und hält diese in einem Dossier fest, das sie ihrem Professor und Lover Thomas Callahan übergibt. Dieser lässt seinen alten Kumpel, den FBI-Mann Verheek, ebenfalls einen Blick auf die besagte "Akte" werfen... und stirbt kurz darauf durch eine Autobombe, die beinahe auch Darby das Leben gekostet hätte. Offenbar hat Darby mit einer ihrer aufgestellten Theorien ins Schwarze getroffen, denn in der Folgezeit sieht sie sich von Profi-Killern verfolgt, die ihr an den Kragen wollen. Die junge Frau wendet sich an den Enthüllungsjournalisten Gray Grantham und gemeinsam kommt man einem Komplott des Milliardärs Victor Mattiece auf die Spur, der in einem Naturschutzgebiet nach Öl bohren will, was von den beiden besagten Richtern verhindert worden wäre... und dessen Verbindungen bis ins Weiße Haus zum Präsidenten reichen... Nach dem Tom Cruise-Vehikel "Die Firma" ist "Die Akte" bereits die zweite Adaption eines John Grisham-Bestsellers, die dieser in den 90ern wie am Fließband rausgehauen hat und die da anschließend im Lauf der Dekade auch fast allesamt wie am Fließband für die große Leinwand verfilmt wurden... mit qualitativ arg schwankenden Resultaten (für mich the best of the bunch: "Die Jury" und "Der Regenmacher"). War "Die Firma" nämlich schon kein besonders guter Film, so unterbietet "Die Akte" diesen nochmal spielend, denn das Ganze ist nur ödestes Star-Kino geworden, das von Regisseur Alan J. Pakula in derselben spröden Thriller-Manier eines "Klute" oder "Aus Mangel an Beweisen" aufgekocht wurde und bei dem ob des distanzierten Blicks auf die Geschehnisse mal echt keine Spannung aufkommen will. Den Rest besorgt dann die Grisham'sche Plotte, die sich zwar ziemlich komplex gibt, aber im Grunde genommen doch nur kompliziert erzählt wird und bei der es im Nachhinein schwer fällt zu eruieren, ob da auch tatsächlich alles logisch zueinander gepasst hat. Nicht einmal die ziemlich pralle Besetzung, die in so gut wie jedem Part einen bekannten Schauspieler auffährt, lässt die Angelegenheit da so wirklich sehenswert erscheinen, zumal auch das Hauptdarsteller-Duo da weitestgehend nur mit seinem natürlichen Charisma über die Runden kommt und die Chemie zwischen Roberts und Washington irgendwie auch nicht so richtig stimmen mag. Da in dem besagten Jahrzehnt ja echt kein Mangel an solchen Polit- und Justiz-Thrillern, die auch allesamt mehr oder weniger nach derselben Masche gestrickt gewesen sind, geherrscht hat, macht "Die Akte" innerhalb der - mittlerweile glücklicherweise längst abgeebbten - Flut derartiger Streifen mal echt keinen Stich. Fazit: Hollywood von seiner langweiligsten Seite...

4/10

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