Inspector Chan [ Eddy Ko ] hat in seinem früheren Leben aus Geldgier eine Familie ausgelöscht, die nun als Geister durch die Jahrhunderte reist und auf die Chance der Revanche wartet. Nunmehr ist die Zeit gekommen und sie attackieren den Ausbilder samt seiner Kadetten im Police Camp. Nachdem sämtliche Polizeianwärter geflüchtet sind, haben Chan sowie die noch anwesenden Superintendent Lee [ Sandra Ng ] und Officer Tong [ Wu Fung ] nur noch eine Chance: Sie rekrutieren Neun im Jahr des Drachen geborene Bewerber, die unwissenderweise die Geister abhalten sollen...
Es ist fraglich, ob Vampire Settle on Police Camp jemals das Stadium eines Treatment überschritten hat; allein das Exposé zu pitchen dürfte länger gedauert haben als den Film zu drehen, so klein, und knapp und kurz wie er ist. Der Titel sagt schon alles über die Handlung.
Dabei beruft man sich auf eine Genre, dass zu dem Zeitpunkt gerade seine Hochjunktur schon wieder beendet hatte; vielleicht gingen dem Autor die Ideen deswegen so schnell aus. Horrorkomödien mit dem Schwerpunkt auf dem letzteren waren Mitte bis Ende der 80er nach dem Erfolg der von Sammo Hung produzierten Encounters of the Spooky Kind [ 1980 ], The Dead and the Deadly [ 1982 ] und Mr. Vampire [ 1985 ] nämlich gross im Rennen; während man sich davor und danach mehr auf Horror als Komödien versteift hat.
Der Hauptwirkende in den Filmen entsprang zumeist der chinesischen Variante der Vampire, natürlich in den traditionellen Roben und dann auch meist hüpfenderweise fortbewegend. So schon von Beginn an mehr lächerlich als angsteinflössend; da nützte auch nichts mehr, dass man sein Gesicht mit grünen Licht anstrahlte. Hierbei kommt der Vertreter auch vor, allerdings hüpft er nicht, sondern transformiert sich durch den Raum und teilt auch fleissig Kicks aus; wobei das Letztere öfters alleinig für den höchst durchwachsenen Unterhaltungswert sorgt.
Ansonsten ist nämlich nicht allzu viel gegeben, woran man sich aufhängen kann; die Handlung ist in den ersten 5min praktisch bereits erzählt und führt das Ganze später nur noch einmal in der Breite aus, ohne grossartig Variationen einzubringen. Sowieso geht der Einstieg sehr schnell; es dauert kaum länger als die Credits vorbei sind, bis der Hokuspokus loslegt. Allerdings ist er auch rasch wieder vorbei, dass heisst bis auf die Wiederholung des Ewiggleichen natürlich. Aber wenn nur die Prämisse stetig ausgenutzt wird und nichts Neues hinzukommt, sind die Ausweich- und Änderungsmöglichkeiten notgedrungen gering gehalten und man muss mit dem wenigen auskommen, was man sich selber geschaffen hat.
Im Klartext heisst das, dass neue Kadetten eingeflogen werden und man nun in der Langfassung aufzeigt, wie diese ebenfalls auf die unerwarteten Besucher stossen und darauf reagieren. Um zumindest zwischenzeitlich etwas Laufzeit zu überbrücken, kommt noch etwas Police Academy bzw Inspector wears Skirts Schabernack dazu; was sich bei dem Setting ja nicht nur anbietet, sondern als Füllmaterial leider geradezu aufdrängt.
Da werden Mikrofone bei den Mädels versteckt und sich an deren wohligen Geräuschen beim gegenseitig Massieren und Sporttreiben ergötzt, sowie auch mal fleissig durchs Fenster gespannt; wobei die Kamera dann öfters direkt auf dem Dekolleté verharrt. Witzig ist das ausserhalb Pennälerkreisen nicht; nichtdestotrotz entspringen dann doch einige Lacher, da die [männlichen] Geister dem Treiben ebenfalls nicht völlig abgeneigt sind und sowohl leicht von ihrer eigentlichen Mission ab- als auch Ärger mit ihrer weiblichen Kollegin bekommen. Sowieso herrschen auch in der Zwischenwelt anscheinend diverse Regeln und Grundsätze: Die Gespenstergenossen sind wenigstens für geschlechtliche Gleichberechtigung, worüber auch schon mal Streit untereinander ausbrechen kann; und in der Gesamtheit werden eh nur die wirklich Bösen wie die Urform von Inspector Chan bestraft und alle anderen ja nicht verletzt.
Also bleibt es beim milden Erschrecken; was dann kurz vor Schluss auch doch mal seine Wirkung zeigt, vorher beschränkt sich die Interaktion nämlich fast alleinig in den jeweils eigenen Kreisen.
Bei den Figuren hat man sich an die Stereotypen gehalten, mit möglichst rudimentärer Charakterisierung; da machen der Sexmaniac, der Kraftprotz, der Aufreisser und der Nerd ebenso seine Runde wie die Grossbusige und die Burschikose. Die Besetzung ist bunt, durchaus auf die Klischees passend [ Charlie Cho gibt den Pimp ], aber vom Humorverständnis oftmals völlig daneben.
Leute wie er, Sandra Ng, Wu Fung und Billy Lau sind halt einfach nicht witzig, sondern eher der Bodensatz eines Komikers; egal wie stark grimassiert und herumgealbert wird. Einige treffsichere Scherze entspringen dann mehr dem Zufallsprinzip, ansonsten heisst es Augen zu und durch; wird durch die filmische Art an sich aber recht gut überspielt. Die mätzchenlose Inszenierung sowie Schauplatz und Rollenkonfiguration sind nämlich derartig begrenzt gehalten, dass fast der Charme einer Amateurproduktion entspringt; die Widesight DVD mit ihrem bescheidenen Bild und Ton transportiert dies spezielle Flair auch ungemein gut. Es spielt sich nur an einem abgelegenen Ort und dort selber in sehr kargen, blassen Räumen oder gleich ganz vor schwarzen Leinwänden ab; die Effekte sind milde gesagt sehr primitiv gehalten und die sich tummelnden Figuren kommen über ein inniges Dutzend auch nicht hinaus. So wird eine fast intime Atmosphäre geschaffen, in der Thema, Raum und Zeit in ihrer Kompaktheit identisch sind und sich so durch die beschränkten Mittel schnell ihr eigenes, kleines Ambiente erschaffen. Aus dem man trotz emsigen Versuchen auch nicht Entfliehen kann, da die Baracke wohl nach allen vier Seiten dicht ist; das Universum ist dort bereits zu Ende, ausserhalb des Bildkader existiert nichts mehr.
Abgesehen von diesem subjektiven Empfinden sind dann nur noch die häufigen Scharmützel zwischen Mensch und Geistern hervorzuheben: Die Martial Arts Szenen durch die Herren Hsiao Ho, Siu Paang und Baan Yun Sang erfahren zwar beileibe keine aussergewöhnliche Choreographie; sind aber in einem Jahrzehnt entstanden, in der der Standard derartiger Umsetzungen einfach so hoch war, dass er sogar hier noch Durchschnitt erreicht und bei gescheitem Bild vielleicht noch ansehnlicher wäre. Ohnehin ist das Tempo und damit verbunden die geringe Ausdehnung noch mit die grössten Bonuspunkte, den der ansonst wenig gescheite Film mit sich bringt. Auf der Verlustrechnung steht dagegen vor allem der obligatorische Kindervampir.
Here comes a Vampire im gleichen Jahr nutzt übrigens diesselbe Ausgangsidee mit oft identischer Besetzung; hat aber auch keinen besseren Ruf.