Review

Qualitativ schlechter als Teil 4 aber immer noch einen Tick besser als Teil 6 wird "Halloween 5 - Die Rache des Michael Myers" wohl nur hartgesottenen "Halloween"-Slasher-Fans richtig gefallen.

Der Anfang beginnt mit dem Ende von Teil 4, bei dem Michael zunächst vom Auto fliegt, übergefahren wird und anschließend einige Schüsse einstecken muss. Aber wer Über-Michael kennt, der weiß, dass dieser auch noch eine Ladung Dynamit verträgt und sich trotzdem noch aus der Affäre ziehen kann. Von einem alten Mann, der abseits der Zivilisation lebt, wird Myers dann väterlich gesund gepflegt. Nach einem Jahr wacht Michael dann anscheinend aus seinem Dornröschenschlaf auf, setzt sich seine Maske auf und metzelt den guten alten Mann erst einmal nieder. Hört sich doof an und das ist es auch. Die ohnehin schon bedenklich schwache Logik der "Halloween"-Filme verabschiedet sich in Teil 5 nun scheinbar ganz. Überhaupt ist das storytechnisch der schlechteste Film der Reihe, denn hier balanciert man leider auf dem telepathischen Ast, der vor Unglaubwürdigkeit zu brechen droht.

Was den Film leider auch noch abwertet, sind die Figuren, die hier unsympathischer denn je durchs Bild rennen. Da wäre die dumme Tina, bei der man sich mit ihrer aufgesetzten Fröhlichkeit wünscht, dass Myers sich mit dem Meucheln bloß schnell beheilen sollte. Dann ein Dr. Loomis, der irgendwelche aggressiv machenden Drogen zu sich genommen haben muss, weil er hier selbst wie ein Irrer durch den Film humpelt. Mag man ihm seinen nicht so berauschenden Auftritt in Teil 6 wegen seiner Krankheit und dem Alter verzeihen, aber hier ist er wohl mit seiner schlechtesten Leistung in einem "Halloween"-Film zu sehen. Dann wäre da noch die kleine Jamie, die mit ihrer absolut ekligen deutschen Synchronstimme (wofür sie selber natürlich nichts kann), dessen Schwingungen förmlich am Trommelfell des Zuschauerohres kratzen, einem auf den Wecker gehen kann. Dabei ist das gar nicht mal auf die Kleine an sich und ihre Leistung hier bezogen, sondern wirklich nur auf die Synchronstimme, die hier nur hässlich klingt und vielleicht höchstens in einem Zeichentrick zu ertragen ist.

Aber es gibt auch positive Seiten dieses Streifens. Die Kamerafahrten, manchmal auch aus der Sicht Michaels, sind wieder etwas besser als bei den Vorgängern. Überhaupt versuchte man wie im Original Spannung ohne hohen Metzelfaktor zu erzielen und Michael zunehmst umherschleichend zu zeigen bis er dann schließlich zuschlägt. Etwas schneller hätte man dabei schon zur Tat schreiten können, aber immerhin trägt diese Art der Suspense zu einer guten Atmosphäre bei. Insgesamt gesehen ist die Inszenierung im Gegensatz zum sechsten Teil noch richtig gut. Der Härtegrad stimmt, denke ich, auch.

Nervige Charaktere und eine schwache Story lassen hier nur noch mittelmäßge Freude aufkommen.

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